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11. April 2014 5 11 /04 /April /2014 17:07

Über kaum einen Film wird in meinem christlichen Freundeskreis gerade so viel diskutiert wie über den Film Noah. Er spaltet fast schon meine  Freunde in zwei Gruppen - nämlich in die, die sich den Film anschauen wollen, weil sie so viel Negatives über die Story gehört haben und dann in die, die gerade aufgrund der Story nicht in den Film gehen wollen.

 

Ich gebe zu, ich habe ihn noch nicht gesehen und bin irgendwie noch hin- und hergerissen. Aber ich habe schon die diversen Kritiken zu dem Film gelesen. Anscheinend scheint es ja größere Unterschiede zu der biblischen Geschichte zu geben: Gott soll als kaltblütig dargestellt werden, Noah dreht komplett durch und wird fast zum Mörder und beim Bau der Arche helfen gefallene Engel mit. Ich glaube, die Schreiber der Bibel würden sich bei dieser Schilderung im Grabe umdrehen und ich kann meine Freunde verstehen, die sich deshalb auch den Film nicht ansehen.Das ist mit ein Grund, warum ich noch am Zweifeln bin, da mir diese Verdrehungen der biblischen Geschichte doch zu heftig sind.

 

Und dabei gehöre ich nicht mehr zu denen, die mit der Erwartung ins Kino gehen, dass der Film 1:1 das vermittelt, was ein Buch oder eine wahre Begebenheit als Vorlage schildern. Kaum eine Literaturverfilmung ist doch so wie das Buch und bei Filmen, die auf einer wahren Begebenheit basieren, kann man oft schon froh sein, wenn überhaupt die Namen noch stimmen. Warum sollte das bei Noah anders sein? Wenn man 1. Mose 6 - 10 getreu der biblischen Vorlage verfilmt hätte, ohne auch nur ein i-Tüpfelchen hinzu zu setzen, wäre der Film nach maximal einer halben Stunde zu Ende gewesen. Damit lockt man keine Zuschauer in die Kinos. Für einen abendfüllenden Film ist der Drehbuchautor quasi schon fast gezwungen, daraus noch mehr zu machen als das, was nur im Text steht.

 

Irgendwie frage ich mich aber auch, ob man nicht den Noah-Film als einen modernen Flutmythos einordnen könnte? Da gibt es bspw. die Legende von einem syrischsprachigen Autor. Demnach schlich sich angeblich der Teufel heimlich auf die Arche oder nach einer anderen Legende war Noahs Frau Nama mit dem Teufel im Bunde. Das erinnert doch ein wenig an die Noah-Verfilmung - zumindest habe ich in Kritiken gelesen, dass sich Tubal-Kain (Noahs Gegenspieler im Film) angeblich in die Arche schleichen soll und interessanterweise heißt Noahs Frau im Film Naama. Vermutlich lassen sich auch die gefallenen Engel in irgendeinem antiken Flutmythos finden.

 

Ich frage mich daher, ob der Noah-Film tatsächlich eine "neue" Flutgeschichte erzählt oder ob er nicht Motive aus verschiedenen existierenden Flutmythen (und bei fast jedem Volk  der Erde lässt sich interessanterweise eine Flutlegende finden) übernimmt und mit einer neuen Gewichtung (Thema Umweltschutz) präsentiert. Es gibt eben nichts Neues unter der Sonne - auch nicht in Hollywood.

In meiner Ortsgemeinde wollen wir jedenfalls die Gelegenheit nutzen und öffentlich über das Thema "Noah und die Arche" nachdenken. Dazu bieten wir am 26.04. um 19 Uhr 30 in der Adventgemeinde Esslingen, Bismarckstr. 25 in Esslingen a. Neckar einen Vortrag zu dem Thema "Noahs Arche - Fakt oder Fiktion?" an. Darin wird es unter anderem auch um die unterschiedlichen Flutmythen gehen. Referent ist Jens Mohr, Theologe und Pastor in Stuttgart. Ich bin jedenfalls schon wahnsinnig gespannt darauf und hoffe, dass ich dort auch den Einen oder Anderen von euch dort treffen werde.

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