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4. Juli 2014 5 04 /07 /Juli /2014 20:11

Am vergangenen Mittwoch sind wir als Mitarbeiter zu einem Betriebsausflug nach Herrenberg aufgebrochen. Auf dem Programm standen der Waldseilgarten, gemeinsames Grillen, eine Stadtführung und ein gemeinsames Abendessen. Alternativ zum Waldseilgarten gab es auch die Möglichkeit wandern zu gehen.

 

Da ich Höhenangst habe, war ich echt am Überlegen, ob ich nicht doch lieber Wandern gehen solle. Aber als ich dann vor Ort war, erschien mir Wandern dann doch als zu langweilig und so entschied ich mich, doch mit in die Höhe zu steigen.

 

Der Aufstieg auf die erste Plattform war noch relativ einfach. Und dann stand ich da und hatte die Wahl zwischen zwei verschiedenen Parcours. Beide waren vom Schwierigkeits grad her identisch. Da die Seilbrücke auf dem Parcours A, die die erste Einheit war, wenige wacklig zu sein schien, wählte ich also Parcours A.

 

Doch kaum hatte ich diese erste Einheit bewältigt, kam auch schon die große Panik. Vor mir hingen mehrere schwarze, quadratische Matten. Ich musste von einer zur nächsten steigen, um so zur nächsten Plattform zu gelangen. Möglichkeiten zum Festhalten gab es nur am eigenen Sicherungsseil oder an den vier Seilen an denen die Matten hingen. Schon als ich nur den rechten Fuß auf die erste Matte vorsichtig stellte, begann sie schon leicht zu schwingen. Ich bekam Angst und zog meinen Fuß schleunigst zurück. In diesem Moment erfasste mich eine richtige Panik. Die Matten waren so wackelig und es gab nichts Stabiles an dem ich mich wirklich festhalten konnte. In diesem Moment wünschte ich mir einfach nur eine stabile Stange herbei, die von einer Plattform zur nächsten führt und an der ich mich festhalten könnte. Aber da war nichts.

 

Einer der Trainer des Waldseilgartens bekam meine Panik zum Glück mit und schaffte es, mich erstmal wieder zu beruhigen. Dann fragte er mich, ob ich ihm und mir soweit vertrauen würde, um es auf die nächste Plattform und die weiteren Einheiten zu schaffen. Nach einem kurzen Moment des Nachdenkens gab ich mein Einverständnis. Und so erklärte er mir ganz ruhig wie ich zur nächsten Plattform gelangen könnte und gab mir für jeden einzelnen Schritt Anweisungen. So auch bei der nächsten Einheit.

 

Dann kam allerdings eine Einheit bei der dann am Ende meine Kräfte versagten und meine Panik dann nachher doch Oberhand gewann. Ich musste über zwei dünne, parallel gespannte Seile balancieren. Zum Festhalten hatte ich nur mein Sicherungsseil. Zentimeter für Zentimeter schob ich mich vorwärts und irgendwann ging dann auch von den Kräften her gar nichts mehr. Meinen Muskelkater spüre ich heute noch in den Beinen. Letzten Endes musste der Trainer mich abseilen und ich war sehr froh als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Ich bin stolz auf mich, dass ich immerhin trotz Höhenangst 3,5 Einheiten geschafft und immerhin diesen Versuch unternommen habe.

 

Eine wichtige Lektion habe ich daraus aber auch für mein Glaubensleben mitgenommen: Es gibt Situationen, da gerät alles ins Wanken. Da gibt es keinen richtigen Halt mehr - keine stabile Stange, an der man sich langhangeln könnte. Da gibt es auf einmal nur noch das Sicherungsseil und mich.

 

So eine Situation erlebe ich gerade in meiner Gemeinde. Da kommt es leider gerade zu größeren Spannungen (s. link) und jede Seite beansprucht irgendwie auf der richtigen Seite zu stehen. Doch welche Seite ist nun die Richtige und noch viel wichtiger: Stehe ich auf der richtigen Seite? Das sind Fragen, die sich Gemeindeglieder beider Lager fragen. Und eine Antwort ist darauf wirklich nicht leicht zu geben, meiner Meinung nach.

 

Ich spüre da eine gewisse Unsicherheit auch in mir, weil ich ein völlig anderes adventistisches Weltbild hatte. Auf einmal ist alles irgendwie gerade umgedreht. Die klare Trennung zwischen Schwarz und Weiß gibt es nun nicht mehr und irgendwie scheint nun Weiß Schwarz zu sein und Schwarz Weiß - genau wie bei den Negativen. Alles gerät auf einmal seit letztem Sonntag ins Wanken.

 

Für mich ist die Situation im Waldseilgarten ein Sinnbild. Letzten Endes war ich dort jeden einzelnen Moment in Sicherheit. Ich hatte den Sicherheitsgurt, der mich gehalten hätte. Ich habe aber letzten Endes nur das Wackelige gesehen und bekam Angst. Mein Vertrauen in den Sicherheitsgurt war gewissermaßen nicht vorhanden. Dieses Sicherungsseil steht für mich für den Glauben. Der Glaube hält mich, damit ich nicht abstürze.

 

Alleine und aus eigener Kraft hätte ich es aber auch nie geschafft auch nur die zweite Einheit zu überqueren. Meine Angst war einfach zu groß. Aber zum Glück hatte ich den Trainer an meiner Seite. Im Glaubensleben darf ich wissen, dass ich immer Gott an meiner Seite habe, der mir meine Angst nimmt und mich Schritt für Schritt auch wackeligen Untergrund führt. Er wird mich sicher ans Ziel bringen

 

Aus diesem Grund bin ich mir in einer Sache hundertprozentig sicher: Gott führt uns in dieser Situation. Wenn wir nur auf seine Stimme hören und seine Worte beachten, dann wird er uns führen und Schritt für begleiten und ins Ziel führen.

 

Dazu passt für mich auch das Lied von Hedwig von Reedern: "Weißt ich den Weg auch nicht":

 

 

 

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