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25. Juli 2012 3 25 /07 /Juli /2012 12:00

Ich bin eine halbe Vegetarierin. In unserer Mensa gibt es nur vegetarisches Essen, wenn man das wöchentliche Fischgericht mit dazu zählt. Da ich in einem vegetarischen Elternhaus groß wurde, ist das für mich auch kein Problem. Dennoch esse ich gerne hin und wieder Fleisch.

 

Was ich überhaupt nicht mag, sind die, wie Jürgen von der Lippe sie so treffend genannt hat, Vegeterroristen, die jedem Ornivoren (Allesesser) das Essen mies machen. Und da ich gerade in meinem Bekanntenkreis einige solcher Vegeterroristen (und dazu zähle ich auch manche Veganer, nicht nur Vegetarier) kenne, hab ich mich irgendwann immer mehr vom Vegetarismus distanziert.

 

In letzter Zeit bin ich aber immer wieder auf Fernsehbeiträge gestoßen, die auf eine schöne und angenehme Art Werbung für Vegetarismus oder Veganismus machen - längst nicht so verbiestert und aggressiv wie manche Veganer und Vegetarier, die ich so kennen gelernt hab. Da wird einem ja teilweise schon das ewige Leben abgesprochen, nur weil man Fleisch und/oder Milchprodukte isst. Nicht so in den Fernsehbeiträgen auf ARD/ZDF, die ich bis jetzt so gesehen habe.

 

Am vergangenen Sonntag bin ich dann auf ein Projekt gestoßen, das Werbung für einen vegetarischen Tag in der Woche macht. Wenn alle Deutschen sich zum Beispiel am Donnerstag vegetarisch ernähren würden, hätte das schon Auswirkungen auf die Umwelt - vergleichbar mit einem gleichzeitigen Fahrverbot für 6 Millionen Autos. Zwar frage ich mich schon, ob das wirklich was bringt, wenn man nur an einem Tag kein Fleisch isst. Aber ich finde die Idee interessant. Warum nicht mal an einem Tag nur Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide essen?

 

Mehr Infos zu diesem Projekt findet ihr hier.

 

 


 

 

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23. Juli 2012 1 23 /07 /Juli /2012 18:56

In der heutigen Losung heißt es: "Daraufhin liefen die Leute zu Mose und riefen: »Wir haben Schuld auf uns geladen, als wir dem Herrn und dir Vorwürfe machten. Bete zum Herrn, dass er uns von den Schlangen befreit!« Und Mose betete für das Volk." (4. Mose 21,7 Neues Leben)

 

Kennt ihr das auch? Da steckt man in einer Situation, in der man nicht mehr weiter weiß. Alles ist aussichtslos - noch nicht einmal beten kann man mehr. So ähnlich muss es wohl dem Volk Israel gegangen sein, als sie von den Giftschlangen bedroht wurden. Wie gut ist es da, einen Fürsprecher zu haben - jemanden, der für uns vor Gott die richtigen Worte findet und für uns eintritt

 

Mose ist so ein Fürsprecher. Er bittet für das Volk. Auch wir sind eingeladen für andere zu beten. Wen gibt es in Deiner Umgebung für den Du beten kannst?

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20. Juli 2012 5 20 /07 /Juli /2012 21:59

Vor kurzem fand ich folgende Geschichte - den Autor habe ich leider nicht ausfindig machen können:

 

Eines Tages nahm ein Vater seinen Sohn mit auf einen Ausflug aufs Land, um zu zeigen, wie arm Menschen sein können. Sie verbrachten den Tag und eine Nacht auf dem Bauernhof einer sehr armen Familie. Als sie von ihrem Ausflug zurück waren, fragte der Vater seinen Sohn: "Nun, mein Junge, wie war der Ausflug?" "Schön, Papa!" "Und hast du auch mitbekommen, wie arm Menschen sein können?", fragte der Vater. "Ja!" "Und was hast du daraus gelernt?"

 

Der Sohn antwortete: "Ich habe gesehen, dass wir einen Hund bei uns zu Hause haben und dort haben sie vier. Wir haben einen Swimmingpool, sie haben einen Bach, der bis zum Horizont reicht. Wir haben aus dem Ausland importierte Lampen im Garten, sie haben die Sterne. Unsere Terrasse reicht bis zum Vorgarten, sie sehen den Himmel." Als der Junge das gesagt hatte, war der Vater sprachlos. Und dann fügte sein Sohn noch hinzu: "Danke, Papa, dass du mir gezeigt hast, wie arm wir sind."

 

Die Geschichte hat mich sehr nachdenklich gemacht. Wie unterschiedlich können doch arm und reich definiert werden! Nach außen betrachtet waren die Leute auf dem Land arm und doch waren sie reich gesegnet. Wie dankbar können doch auch wir sein für das, was wir haben! Vielleicht brauchen wir auch manchmal so einen Jungen, der uns die Augen für die wahren Reichtümer öffnet.

 

Der Sabbat hat jetzt angefangen und damit haben wir wieder eine ideale Gelegenheit darüber nachzudenken mit welchen "Reichtümern" Gott uns in der vergangenen Woche gesegnet hat. Und dabei fallen mir gleich ein paar Dinge ein... und euch?

 

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18. Juli 2012 3 18 /07 /Juli /2012 08:51

http://www.bloggdeinbuch.de/uploads_media/books/ef71cad992714cc980afa6660a6b42b5/front_cover/ef71cad992714cc980afa6660a6b42b5.front_cover.jpgAuf Blogg dein Buch wurde ein Buch von Günter Ewald, emeritierter Professor für Mathematik, beworben, das sofort meine Aufmerksamkeit erregte. Der Titel lautet: "Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen - Gibt es eine unsterbliche Seele?". Das Buch ist im Verlag Butzon & Bercker erschienen.

 

Inhalt

Nicht nur Theologen, sondern auch Naturwissenschaftler stellen sich bereits seit Jahrzehnten die Frage, wie die bekannten Nahtoderfahrungen wissenschaftlich erklärbar seien. Naturalistisch geprägte Wissenschaftler leugnen natürlich das Jenseits und deuten diese Erfahrungen auch dementsprechend. Günter Ewald versucht anhand der Quantenphysik aufzuzeigen, dass es durchaus so etwas wie eine unsterbliche Seele geben könnte. 

 

Bewertung

Das Buch ist relativ leicht verständlich geschrieben, so dass auch Laien gut den Gedanken des Autors folgen können. Es ist in drei Teile unterteilt: 1. Erfahrungsberichte, 2. Quantenphysik, 3. Seele und Nahtoderlebnisse (Einbezug in Theologie und Religion). Die Erfahrungen sind interessant zu lesen. Die anderen beiden Teile des Buches sind etwas schwerer zu verstehen. Als Nichtphysikerin waren mir manche Gedanken einfach zu abstrakt. 

 

Besonders enttäuscht war ich von seinen theologischen Ausführungen. Er geht nur oberflächlich auf die Ganztod-Theologie von Barth und Althaus ein, die besagen, dass der gesamte Mensch mit dem Tod stirbt. Ihrer Meinung nach gibt es keine unsterbliche Seele. Die Menschen werden am "Jüngsten Tag" wieder neu erschaffen (Barth) oder aus einer Art Schlaf erweckt (Althaus). Barth und Althaus haben damit die evangelische Theologie geprägt. Der Autor des Buches lehnt ihre Theologie lapidar als naturwissenschaftlich nicht haltbar und als im Widerspruch zur Quantenphysik stehend ab.

 

Der Autor versucht noch nicht einmal ansatzweise, seine Erkenntnisse mit den diversen Bibelstellen, die den Tod als Schlaf beschreiben oder die aufzeigen, dass der Mensch eine lebendige Seele ist (und nicht dass er eine Seele hat) in Einklang zu bringen. Ich hätte mir eine ergebnisoffenere Darstellung gewünscht und bin mir sicher, dass man seine Ergebnisse auch anders interpretieren könnte, aber dafür kenne ich mich zu wenig mit dieser Materie aus (vielleicht jemand von euch?).

 

Fazit:

Das Buch ist gut verständlich geschrieben, auch wenn manche Inhalte immer noch sehr abstrakt gehalten sind.

Ansonsten empfand ich das Buch als eine eher einseitige Darstellung des Themas. Andere Meinungen, die der Meinung des Autors widersprechen, werden zu schnell beiseite gewischt und als falsch abgetan. Da der Titel die Frage stellt: "Gibt es eine unsterbliche Seele?", hätte ich mir eine kontroversere Diskussion in seinem Buch gewünscht. Bibeltexte spielen bei seinen Betrachtungen überhaupt keine Rolle und werden einfach ignoriert.

 

Wenn ihr euch nun eure eigene Meinung darüber bilden wollt - hier könnt ihr es bestellen! An dieser Stelle möchte ich mich auch recht herzlich bei Blogg dein Buch und dem Verlag Butzon & Bercker bedanken, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben!

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16. Juli 2012 1 16 /07 /Juli /2012 10:13

Letzte Woche lief auf ARD ein interessanter Film "Berlin 36". Er erzählt die außergewöhnliche Freundschaft der Sportlerinnen Gretel Bergmann (Karoline Herfurth) und Marie Ketteler (Sebastian Urzendowsky). Gretel ist Jüdin und Marie ist eigentlich ein junger Mann. Beide trainieren gemeinsam für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin.

 

Eigentlich wollten die Nazis keine Jüdin im Team haben. Da aber die Amerikaner so darauf drängten und mit einem Boykott ihrer Mannschft drohten, stellten sie Gretel Bergmann für den Hochsprung auf, hoffen dabei aber immer, dass Gretel von sich aus aufgibt oder dass ihre Leistung einfach zu schlecht sei. Im Trainingscamp kommt sie mit Marie in ein Zimmer.

 

Marie ist eigentlich ein junger Mann, der gezwungenermaßen seine wahre Identität verschleiern muss. Im Film wird erklärt, dass er der Tochter-Ersatz für seine Mutter ist, die kurz vor ihm eine Tochter verloren hatte. Daher würde sie ihn zwingen, Mädchenkleider zu tragen und sich wie ein Mädchen zu verhalten.


Gretel wird von den anderen Mädchen in ihrem Team gemobbt und ausgeschlossen. Nur mit Marie, mit der sie sich auch ein Zimmer teilt, entwickelt sie eine Freundschaft. Beide sind starke Gegnerinnen im Kampf um die Medaille. Als sich jedoch die amerikanische Mannschaft auf dem Weg nach Berlin befindet, wird die Jüdin Gretel Bergmann von den Spielen ausgeschlossen. Offiziell wird verkündet, sie sei verletzt. Stattdessen wird nun Marie für sie antreten. Ob ihre Freundschaft wohl dem standhalten wird?

 

Mich hat dieser Film sehr berührt. Der Zusammenhalt dieser beiden Außenseiterinnen ist bemerkens- und nachahmenswert. Beide stehen füreinander ein und kämpfen für den Anderen. Die Ironie des Schicksals ist besonders interessant bei den Olympischen Spielen 1936: Siegerin im Hochsprung wird letzten Endes eine polnische Jüdin - also genaus das, was die Nazis eigentlich vermeiden wollten.

 

Ob es damals tatsächlich eine Intrige der Nazis gab? Das ist durchaus fraglich. Gretel Bergmann konnte damals tatsächlich nicht antreten und wurde ausgeschlossen. Marie Ketteler hieß damals eigentlich Dora Ratjen und belegte tatsächlich den vierten Platz im Hochsprung. Auch Dora Ratjen war in Wirklichkeit ein Mann. Seine Identität wurde allerdings erst einige Jahre später entdeckt. Ob die Nazis damals schon davon wussten ist durchaus fragwürdig - dazu gibt es keine Dokumente, die dies belegen würden. Gretel Bergman teilte sich tatsächlich mit Dora ein Zimmer, kam allerdings erst sehr viele Jahre danach hinter die wahre Identität. In Wirklichkeit war es auch mehr ein Fehler der Hebamme als  der Mutter, dass die sexuelle Identität von Dora damals nicht erkannt wurde.


Demnach sind große Teile des Films Fiktion. Dennoch beeindruckt er mich sehr - nicht nur die außergewöhnliche Freundschaft, sondern auch der Kampfeswille in Gretel Bergman. Sie will die Tatsache, dass sie für die Olympischen Spiele aufgestellt wurde, dafür nutzen, um zu siegen und damit die Nazis in Verlegenheit bringen. Für diesen Sieg kämpft sie den ganzen Film hindurch und sie hält durch und kämpft gegen die Isolation und die blöden Sprüche ihrer deutschen Konkurrentinnen, gegen ihren Trainer, gegen die Buhrufe von Zuschauern usw. Sie gibt nicht auf. Das bewundere ich. Es lohnt sich daher, diesen Film gesehen zu haben! Falls er euch interessiert - man kann ihn noch bis Mittwoch in der ARD-Mediathek anschauen!

 

 


 

 

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13. Juli 2012 5 13 /07 /Juli /2012 10:18

Unglaublich, aber wahr! Meinen Blog gibt es jetzt seit etwas mehr als einem halben Jahr! Mehr als 2.000 Besucher zählt die Statistik. Dabei kommen die Leser aus allen möglichen Ländern: Deutschland, USA, Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Benelux-Länder usw. Einen Teil der Leser kenne ich persönlich, andere überhaupt nicht. 85 Artikel habe ich in dieser Zeit gepostet und 66 Kommentare habt ihr dazu geschrieben.

 

Daher möchte ich zunächst allen treuen Lesern danken, die mich von Anfang an begleitet und immer wieder ermutigt haben, weiter zu machen! Danke auch, dass ihr in der Durststrecke zwischen April und Mai trotzdem dran geblieben seid und mich immer wieder aufgefordert habt, weiter zu machen. Das weiß ich echt zu schätzen!

 

Ich möchte auch Gott danken, der mir immer wieder gute Ideen geschenkt hat, wenn mir die Ideen fehlten. Ohne ihn und seine Hilfe würde es diesen Blog definitiv nicht geben! Danke, lieber Vater im Himmel, dass Du mir die Ideen schenkst und bei der Umsetzung wirklich hilfst!

 

Ich möchte auch in Zukunft für euch weiter schreiben. Im Moment bin ich dabei, eine Manöverkritik an meinem Blog zu üben, damit ich weiß, in welche Richtung ich weiter gehen will. Ihr seid natürlich auch herzlich eingeladen, mir Feedback und konstruktive Kritik zu geben. :) Welche Artikel lest ihr z. B. besonders gerne - Buchtipps, erbauliche Texte usw.? Welche Themen interessieren euch in meinem Blog besonders? Worüber sollte ich mal unbedingt schreiben? Gibt es Bücher oder Filme, die euch interessieren? Über welches interessante Projekt oder Buch könnte ich mal berichten? Ich bin für jede Idee dankbar!

 

Zum Abschluss dieser Woche wünsche ich uns allen mit einem Lied von Martin und Jennifer Pepper Gottes Segen:

 

 

 

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11. Juli 2012 3 11 /07 /Juli /2012 11:17

Vor ein paar Tagen habe ich mit ein zwei weiteren Mädels einen Ausflug zum Scharmützelsee gemacht. Das Wetter war einfach traumhaft - die Sonne schien und es war echt heiß. Es war das reinste Badewetter. Gegen 13 Uhr waren wir da und das Wetter hielt sich. Das Wasser war kühl und erfrischte uns. So fühlt sich Urlaub an - auch wenn er nur einen Tag andauerte.

 

Dann ca. 4 Stunden später geschah es - der Himmel zog sich zu und eine dunkelgraue Gewitterwolke lag über dem See. Schnell zogen wir uns um, schnappten unsere Sachen und gingen zum Auto. Kaum waren wir wieder auf der Autobahn, fing es auch schon an, wie aus Kübeln zu schütten. Blitze zuckten über uns, dicht gefolgt vom Donnergrollen. Gerade als der Platzregen auf uns runter prasselte und wir im warmen Auto saßen, schoss mir ein Bibelvers durch den Kopf: " Wer im Schutz des Höchsten lebt, der findet Ruhe im Schatten des Allmächtigen.

Der spricht zu dem Herrn: Du bist meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, dem ich vertraue." (Psalm 91,1.2)

Es ist so schön zu wissen, dass man im Sicheren und Trocknen ist, während es draußen stürmt und tobt. Genauso ist es auch mit Gott. Wenn die Stürme des Lebens über einen hereinbrechen und man vielleicht deshalb seine Fahrgeschwindigkeit drastisch reduzieren muss, dann ist es gut zu wissen, dass man dennoch in Sicherheit ist. Der Regen kann einem nichts anhaben, weil man im geschützten Auto oder Haus sitzt. So ähnlich ist es mit Gott - auch wenn alles um mich herum stürmt, hält Gott doch schützend seine Hand über mich.

Das heißt natürlich nicht, dass man nie Stürme erlebt und vielleicht auch mal im übertragenen Sinne von Hagelkörnern getroffen wird. Aber dennoch ist Gottes Hand da. Er lässt mich nicht los, egal was passiert. Vater im Himmel, hab Dank dafür!

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9. Juli 2012 1 09 /07 /Juli /2012 08:00

http://www.bloggdeinbuch.de/uploads_media/books/4ab487185df8496191e37e22276295df/front_cover/4ab487185df8496191e37e22276295df.front_cover.jpgOkay - ich geb's zu: Ich war noch nie der große Pferdefan. Während die Mädels in meinem Alter Zeitschriften wie Wendy verschlangen, las ich lieber Asterix oder Lucky Luke. Die einzigen Pferdebücher, die ich gerne las, stammten aus der Hand von Karl May und handelten mehr von Indianern als von Pferden oder dann Serien wie "Jury" oder "Blitz - der schwarze Hengst". Aber wichtiger noch als die Pferde, die darin vorkamen, waren mir die Abenteuer, die die Helden, wie sie auch immer hießen, erlebten. Je spannender und actionreicher, desto besser.

 

Umso erstaunlicher ist es wohl, dass ich mich bei Blogg dein Buch für das Buch "Das Schicksal der weißen Pferde. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts" von Frank Westerman, erschienen 2012 im Verlag C.H.Beck, entschieden habe. Was hat mich daran gereizt? Vermutlich war es der Untertitel, der für mich den entscheidenden Ausschlag gab, denn Geschichte fand ich immer schon faszinierend.

 

Inhalt

Frank Westerman schildert in seinem Buch die europäische Geschichte am Beispiel der Lipizzaner nach. Lipizzaner sind aufgrund ihrer schneeweißen Farbe ein Bild für Reinheit und Perfektion. Alle möglichen Länder stritten um sie. Ihre Geschichte beginnt im slowenischen Lipica und dehnt sich aus über die Spanische Hofreitschule in Wien und andere europäische Länder. Hitler riss sich um die Pferde. 1945 werden sie von den Amerikanern in Sicherheit gebracht. Ihre spektakuläre Flucht ist hollywoodreif. Aber der Kampf um die Pferde ist noch nicht vorbei - bis ins Jahr 2007 reicht er hinein ins ehemalige Jugoslawien.

 

Rezension

Das Buch ist gut geschrieben und berichtet detailreich über die Anfänge des 20. Jahrhunderts, die beiden Weltkriege und den Balkankrieg. Nüchterne Fakten über Genetik, Politik und Geschichte wechseln sich mit Anekdoten über berühmte Züchter und Bereiter, sowie verschiedene Pferde ab. Besonders berührt hat mich die Anekdote, als vier Pferde den Amerikanern entfliehen, die sie retten wollen, und wieder in ihre Boxen zurück kehren und damit ihrem Züchter ihre Treue zeigen.

 

Auf dem Umschlag ist eine Szene aus dem Film "Miracle of the White Stallions" zu sehen. Das schlichte, weiße Buch ist mit diesem Schutzumschlag versehen und spiegelt dadurch wunderbar die Reinheit der Lipizzaner wider. Das Schriftbild ist gut leserlich. Interessant sind auch die verschiedenen Karten mit den Routen der Pferde, die am Anfang jedes größeren Abschnitts vorhanden sind. Der Anfang erscheint etwas sprunghaft - ebenso wird im Prolog und im ersten Kapitel ein jeweils anderer Ich-Erzähler verwendet. Dadurch fällt es dem Leser möglicherweise schwerer sich auf den Inhalt einzulassen. 

 

Dennoch - Frank Westerman versteht es, die Lipizzaner mit der Geschichte Europas zu verbinden. Er scheut sich dabei aber auch nicht, kritische, ethische Fragen über Gentechnik und -forschung aufzuwerfen. Er zeigt auf, dass die Züchtung der Pferde oft sehr eng mit der jeweiligen Ideologie verbunden war und wie die Ansätze von Lamarck und Mendel im Laufe der Zeit durch Regimes missbraucht wurden. Interessant fand ich es daher, dass Frank Westerman die Genforschung und ihr Technik genauer unter die Lupe nimmt und kritisch hinterfragt.

 

Frank Westerman wurde als Jugendlicher einmal gesagt: "Wenn du einen Lipizzaner berührst, berührst du Geschichte." (S. 25) Auf sein Buch "Die Schicksal der weißen Pferde. Eine andere Geschichte des 20. Jahrhunderts" trifft dies auch eindeutig zu. Wer sein Buch in den Händen hält, hält ebenfalls Geschichte in den Händen und noch viel mehr. Allerdings ist es weniger für die breite Masse, als vielmehr für Pferdeliebhaber und Geschichtefans geeignet. Wenn ihr das Buch nun gerne für euch selbst entdecken wollt, könnt ihr es hier  erwerben!

 

Vielen Dank an dieser Stelle dem Verlag C.H.Beck und Blogg dein Buch, die mir dieses interessante Buch kostenlos für meine Rezension zur Verfügung gestellt haben!

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6. Juli 2012 5 06 /07 /Juli /2012 18:49

Da ich heute die Klausurenwoche gut hinter mich gebracht habe, aber immer noch unter einer Erkältung leide, möchte ich heute einfach ein Lied mit euch teilen, das mich die letzten Wochen begleitet hat.

 

In dieser Zeit habe ich immer wieder darüber nachgedacht, wie es für mich nach dem Bachelor weiter gehen soll. Mache ich mit dem Master weiter oder studiere ich ein ganz anderes Fach weiter? Fragen über Fragen, die mich beschäftigt hielten. Nicht auf alle habe ich bis jetzt eine Antwort gefunden. Aber in dieser Zeit meiner Fragen sangen wir im Hochschulchor ein Lied vom Oslo Gospel Choir. Es heißt "Never gonna lose my way". Darin heißt es:

 

"Ich werde niemals meinen Weg verlieren.

Schritt für Schritt führst Du mich Tag für Tag.

Und ich bin zuversichtlich, dass Du mich immer unterstützen wirst.

Mein Fuß steht auf festem Boden.

Ich vertraue Dir."

 

Dieser Text sprach genau in meine Zeit hinein und tröstete mich. Auch wenn manche Fragen für mich immer noch offen sind, weiß ich doch, dass Gott mich auch weiterhin Tag für Tag führen und mir den Weg zeigen wird. Mit diesem Gedanken wünsche ich euch ein gesegnetes Wochenende! Ab Montag geht es dann wieder wie gewohnt weiter (immer montags, mittwochs und freitags).

 

 

 

 

 


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4. Juli 2012 3 04 /07 /Juli /2012 12:45

Gestern habe ich mal wieder eine Folge von Desperate Housewives angeschaut. Die Folge stammt aus der vierten Staffel und heißt "Sonntag".

 

Für alle, die die Serie nicht kennen - Hauptcharaktere sind vier Hausfrauen, von denen jede auf ihre Art verzweifelt ist und mit Problemen und Geheimnissen zu kämpfen hat: das reicht von Liebeskummer, über Eheprobleme, hyperaktive Kinder bis zu Krebs. Die Serie schildert aber auch die gute Freundschaft zwischen den Frauen.

 

Jede der Frauen hat ihren eigenen Charakter: Susan, alleinerziehende Mutter einer Teenagertochter, ist die Süße unter den Vieren und ein wahrer Tollpatsch, was zu echt komischen Situationen führen kann. Es gibt kaum ein Fettnäpfchen, das sie nicht auslässt. Gabrielle, auch Gaby genannt, ist charmant, weiß, was sie will und gibt gerne Geld aus. Bree ist die perfekte Hausfrau - Perfektionismus spielt für sie eine wesentliche Rolle. Sie ist  religiös. Lynette ist sehr gewitzt und hat daheim das Sagen. In der dritten und vor allem vierten Staffel musste sie einige Schicksalsschläge hinnehmen - sie erhielt die Diagnose Krebs und gleichzeitig zerstörte ein Tornado beinahe ihre gesamte Familie.

 

Gerade durch diese Schicksalsschläge kommt sie ins Grübeln und beschließt eines Sonntags in die Kirche zu gehen. Normalerweise geht sie nicht in die Kirche und betrachtet sich selbst als ungläubig. Da sie nicht weiß, in welche Kirche sie zum Gottesdienst gehen soll, fragt sie ihre Freundin Bree um Rat. Bree nimmt sie tatsächlich mit in ihre Gemeinde - zu den Presbyterianern.

 

Nach der Predigt geschieht das Unfassbare: Lynette hebt die Hand und fängt vor der versammelten Gemeinde an, die Predigt zu kommentieren: "Die Predigt war interessant und der und der Punkt hat mir auch sehr gut gefallen - nur was ich nicht verstehe, ist, dass ein liebender Gott es zulässt, dass jemand Amok läuft und unschuldige Kinder erschießt." Die perfektionistische Bree würde am liebsten in den Boden versinken, so sehr schämt sie sich für das Verhalten ihrer Freundin - insbesondere weil sie gerne vom Pastor auf einen wichtigen Posten innerhalb des Gemeindelebens ernannt werden möchte. Wenn ihre Freundin sie nun so blamiert, könnte sich das schlecht auf ihre Ernennung auswirken. Der Pastor beantwortet geduldig die Lynettes Fragen und verweist sie auf den Bibelkreis, in dem sie alle Fragen stellen kann, die sie hat.

 

Einen Tag später begegnen sich die beiden Freundinnen. Lynette sitzt auf der Terrasse und zeigt Bree die Bibel, die sie sich gekauft hat. In die Bibel hat sie sich Post-It-Zettel an die Stellen geklebt, zu denen sie Fragen hat und es sind viele Zettel. Sie freut sich schon richtig auf den Bibelkreis, wo sie hoffentlich Antworten auf ihre vielen Fragen bekommen kann.

 

Bree ist davon nicht angetan. Sie fürchtet, weiter durch Lynettes Verhalten bloß gestellt zu werden und bittet sie, sich eine andere Kirche zu suchen, wo es üblich ist, im Rahmen des Gottesdienstes kritische Fragen zur Predigt  zu stellen.

 

Am nächsten Sonntagmorgen spricht der Pfarrer Bree noch vor Gottesdienstbeginn an, ob auch ihre entzückende Freundin kommen würde. So ein frischer Wind würde der Gemeinde gut tun und eine gesunde Kirche brauche auch neue Mitglieder. In dem Zusammenhang erwähnt der Pfarrer auch, dass er sich bezüglich des Postens bereits entschieden hätte. Obwohl Bree weiß, dass Lynette mit ihrer Familie an diesem Morgen in die Katholische Kirche gehen wollten, sagt sie dem Pfarrer, dass ihre Freundin wohl jeden Moment kommen würde.

 

Um dafür zu sorgen, dass Lynette tatsächlich kommt, eilt Bree zur Katholischen Kirche, die in der gleichen Straße liegt und bittet Lynette, doch wieder zu der Presbyterianischen Kirche zurück zu kommen. Als Lynette sich weigert, erzählt Bree ihr von ihrer Kandidatur in ihrer Kirche und dass der Pfarrer total angetan davon war, dass Bree jemand Neues zum Gottesdienst mitgebracht hätte. Bree bittet Lynette daher um den Gefallen, ihr zuliebe doch zu ihrer Gemeinde zu gehen.

 

Lynette lehnt ab. Sie macht Bree deutlich, dass sie sich wegen des Gottesdienstbesuches nur an sie gewandt habe, weil Bree die Gläubigste unter ihren Freundinnen sei. Zumindest ging Lynette davon aus, dass Bree eine wirkliche Beziehung zu Gott habe. Bree habe schon so viele Krisen überwunden und sie, Lynette, sei überzeugt davon, dass der Glaube Bree dabei geholfen habe. Um diesen Glauben hatte Lynette Bree sogar beneidet. Bree bestätigt Lynette auch, dass ihr Glaube ihr in ihren Krisen geholfen habe. Aber auf die Frage, wie das geschehen sei, kann sie keine Antwort geben.

 

Durch diese Begegnung mit Lynette kommt Bree ins Nachdenken. Sie gibt ihre Kandidatur für den Posten zurück. Bree geht auf Lynette zu und entschuldigt sich für ihr Fehlverhalten und dass sie für ihre Freundin in der Zeit der Krise nicht da war. Die beiden versöhnen sich wieder. Am Ende der Folge sieht man Bree und Lynette auf der Veranda sitzen. Bree hat Lynettes aufgeschlagene Bibel in den Händen und die beiden unterhalten sich.

 

Ich habe mich bei dieser Episode gefragt, ob wir nicht auch auf ein ähnliches Bild innerhalb unserer Gemeinden und Kirchen blicken. Da sind Gäste, die sich nicht immer so angepasst verhalten, wie wir es fordern und gewohnt sind, die vielleicht sogar unbequeme Fragen stellen. Wie gehen wir damit um? Lassen wir es zu oder verweisen wir sie auch auf die Gospelkirche am Rande der Stadt, wo solch ein Verhalten vielleicht eher angepasst ist?

 

Erkennen wir die wahren Nöte unserer Nachbarn und Freunde oder sind wir vielleicht zu bequem, Fragen zu stellen und zu sehr damit beschäftigt, unsere gemeindeinterne Karriere vom Saaldienst zum Gemeindeleiter zu planen? Bree hält uns hier einen Spiegel vor. Sie zeigt uns zunächst wie man es nicht machen sollte. Ich wünschte mir, wir hätten mehr die Bree vom Ende der Folge in unseren Gemeinden und Kirche - eine Bree, die sich mit ihrer Freundin hinsetzt, ihr die Bibel erklärt, auf Lynette eingeht und die gemeinsame Freunschaft hochhält.

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