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16. Juli 2012 1 16 /07 /Juli /2012 10:13

Letzte Woche lief auf ARD ein interessanter Film "Berlin 36". Er erzählt die außergewöhnliche Freundschaft der Sportlerinnen Gretel Bergmann (Karoline Herfurth) und Marie Ketteler (Sebastian Urzendowsky). Gretel ist Jüdin und Marie ist eigentlich ein junger Mann. Beide trainieren gemeinsam für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin.

 

Eigentlich wollten die Nazis keine Jüdin im Team haben. Da aber die Amerikaner so darauf drängten und mit einem Boykott ihrer Mannschft drohten, stellten sie Gretel Bergmann für den Hochsprung auf, hoffen dabei aber immer, dass Gretel von sich aus aufgibt oder dass ihre Leistung einfach zu schlecht sei. Im Trainingscamp kommt sie mit Marie in ein Zimmer.

 

Marie ist eigentlich ein junger Mann, der gezwungenermaßen seine wahre Identität verschleiern muss. Im Film wird erklärt, dass er der Tochter-Ersatz für seine Mutter ist, die kurz vor ihm eine Tochter verloren hatte. Daher würde sie ihn zwingen, Mädchenkleider zu tragen und sich wie ein Mädchen zu verhalten.


Gretel wird von den anderen Mädchen in ihrem Team gemobbt und ausgeschlossen. Nur mit Marie, mit der sie sich auch ein Zimmer teilt, entwickelt sie eine Freundschaft. Beide sind starke Gegnerinnen im Kampf um die Medaille. Als sich jedoch die amerikanische Mannschaft auf dem Weg nach Berlin befindet, wird die Jüdin Gretel Bergmann von den Spielen ausgeschlossen. Offiziell wird verkündet, sie sei verletzt. Stattdessen wird nun Marie für sie antreten. Ob ihre Freundschaft wohl dem standhalten wird?

 

Mich hat dieser Film sehr berührt. Der Zusammenhalt dieser beiden Außenseiterinnen ist bemerkens- und nachahmenswert. Beide stehen füreinander ein und kämpfen für den Anderen. Die Ironie des Schicksals ist besonders interessant bei den Olympischen Spielen 1936: Siegerin im Hochsprung wird letzten Endes eine polnische Jüdin - also genaus das, was die Nazis eigentlich vermeiden wollten.

 

Ob es damals tatsächlich eine Intrige der Nazis gab? Das ist durchaus fraglich. Gretel Bergmann konnte damals tatsächlich nicht antreten und wurde ausgeschlossen. Marie Ketteler hieß damals eigentlich Dora Ratjen und belegte tatsächlich den vierten Platz im Hochsprung. Auch Dora Ratjen war in Wirklichkeit ein Mann. Seine Identität wurde allerdings erst einige Jahre später entdeckt. Ob die Nazis damals schon davon wussten ist durchaus fragwürdig - dazu gibt es keine Dokumente, die dies belegen würden. Gretel Bergman teilte sich tatsächlich mit Dora ein Zimmer, kam allerdings erst sehr viele Jahre danach hinter die wahre Identität. In Wirklichkeit war es auch mehr ein Fehler der Hebamme als  der Mutter, dass die sexuelle Identität von Dora damals nicht erkannt wurde.


Demnach sind große Teile des Films Fiktion. Dennoch beeindruckt er mich sehr - nicht nur die außergewöhnliche Freundschaft, sondern auch der Kampfeswille in Gretel Bergman. Sie will die Tatsache, dass sie für die Olympischen Spiele aufgestellt wurde, dafür nutzen, um zu siegen und damit die Nazis in Verlegenheit bringen. Für diesen Sieg kämpft sie den ganzen Film hindurch und sie hält durch und kämpft gegen die Isolation und die blöden Sprüche ihrer deutschen Konkurrentinnen, gegen ihren Trainer, gegen die Buhrufe von Zuschauern usw. Sie gibt nicht auf. Das bewundere ich. Es lohnt sich daher, diesen Film gesehen zu haben! Falls er euch interessiert - man kann ihn noch bis Mittwoch in der ARD-Mediathek anschauen!

 

 


 

 

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19. März 2012 1 19 /03 /März /2012 20:01

Nach einigen Tagen der erkältungsbedingten Abwesenheit, melde ich mich wieder neu gestärkt zurück. :)

 

Vergangenes Wochenende habe ich einen Film mit Bruce Willis mal wieder gesehen, der mich immer wieder neu fasziniert und nachdenken lässt. Dabei handelt es sich um den Walt-Disney-Film "The Kid - Image ist alles". Dabei geht es um den schlecht gelaunten und gestressten Imageberater Russel Duritz, der seine Vergangenheit bewusst vergessen hat.

 

Eines Tages trifft er aber auf sein Alter Ego - sein 8jähriges Ich. Der kleine Rusty sitzt auf einmal in seinem Wohnzimmer und bringt sein Leben durcheinander. Am Anfang schämt sich der erwachsene Russell für sein früheres Ich, weil der Kleine übergewichtig ist und ziemlich undeutlich spricht und ein Loser zu werden scheint. Ebenso blickt auch der kleine Russell auf den Erwachsenen ein Stück weit herab, da sein erwachsenes Ich keinen einzigen Kindheitstraum verwirklicht hat - mit knapp 40 Jahren ist er weder verheiratet, noch hat er einen Hund, noch ist er Pilot.

 

Beide haben den großen Wunsch, dass der Kleine wieder in seine Zeit zurück verschwindet. Mit der Zeit freunden sich beide an und der erwachsene Russell lässt sich von Rusty aus seiner Kindheit erzählen. Auf einmal tauchen wieder Erinnerungen aus vergangen Zeiten auf und beide meinen den Grund dafür gefunden zu haben, warum das Leben des Erwachsenen so völlig anders verlaufen ist und warum der Erwachsene unter einem unkontrollierten Augenzucken leidet, wenn es um seine Vergangenheit geht.

 

Mit dieser Feststellung landen sie dann auf wundersame Weise tatsächlich in den 60ern/70ern und sie finden den tatsächlichen Grund für das weitere Leben heraus, können aber die Zeit nicht mehr verändern. Mit dieser Erkenntnis kehren sie in die Gegenwart zurück. Dort treffen sie dann auf ihr zukünftiges Alter Ego, das inzwischen in Rente ist, ein eigenes Flugzeug fliegt, verheiratet ist, Kinder und einen Hund hat - also alles das, was sich der Kleine gewünscht hatte.

 

Okay, ich weiß, die Beschreibung hört sich vermutlich relativ verwirrend an. Wie ein typischer Walt Disney Film ist er aber dennoch relativ einfach gestrickt von der Handlung her. Im Gegensatz zu vielen "Zeitreise-Filmen" lässt sich in diesem Film nicht die Vergangenheit verändern. Das ist vermutlich der einzige realistische Moment in diesem Film. Auch wir können unsere Vergangenheit nicht verändern. Was geschehen ist, ist geschehen. Jemand hat mal gesagt: "Leben ist Zeichnen ohne Radiergummi."

 

Und das stimmt auch. Aber dennoch kann die Gegenwart und Zukunft verändert werden, wenn wir es wollen. Im Film gelingt es Russell tatsächlich, aus seinem bisherigen Leben auszusteigen und endlich seine große Liebe zu finden. Auch wenn es bis dahin so aussah, als ob er als einsamer verbitterter Greis eines Tages mal sterben würde, bedeutet das nicht, dass das auch so geschehen muss. Russell findet am Ende mit seiner großen Liebe zusammen, eben weil er sein bisheriges Leben verändern möchte.

 

Wie sieht es mit unserm Leben aus? Werden wir auch von einer negativen Vergangenheit verfolgt, die uns vielleicht behindert? Das muss nicht so bleiben. Die Vergangenheit liegt unveränderbar hinter uns, aber unsere Zukunft liegt in unseren Händen. Wir haben den Stift in der Hand. Und nicht nur das - Gott möchte unseren Stift führen. Er lädt uns ein, dass wir ihm unser Leben anvertrauen. In Jeremia 29,11 heißt es: "Denn ich weiß genau, welche Pläne ich für euch gefasst habe´, spricht der Herr. `Mein Plan ist, euch Heil zu geben und kein Leid. Ich gebe euch Zukunft und Hoffnung."

 

Gott gab diese Botschaft dem Volk Israel als sie in Gefangenschaft in Babylon waren. Die Gefangenschaft war die Konsequenz dafür, dass sie von Gott jahrhundertelang nichts wissen wollten bzw. ihm immer wieder und wieder davon gelaufen sind. Inmitten in diese Gefangenschaft hinein sagt Gott ihnen diese mutmachenden Worte, die auch eine Einladung an uns sind, positiv in die Zukunft zu blicken. Dazu passt ein Wort von Hans-Joachim Stengert: Nicht positiv denken, sondern verheißungsorientiert glauben!

 

Dazu passen ebenfalls die Worte des Apostels Paulus in Philipper 3,12-14:

"Ich will nicht behaupten, ich hätte dies alles schon erreicht oder wäre schon vollkommen! Aber ich arbeite auf den Tag hin, an dem ich endlich alles sein werde, wozu Christus Jesus mich errettet und wofür er mich bestimmt hat. Nein, liebe Freunde, ich bin noch nicht alles, was ich sein sollte, aber ich setze meine ganze Kraft für dieses Ziel ein. Indem ich die Vergangenheit vergesse und auf das schaue, was vor mir liegt, versuche ich, das Rennen bis zum Ende durchzuhalten und den Preis zu gewinnen, für den Gott uns durch Christus Jesus bestimmt hat."

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7. März 2012 3 07 /03 /März /2012 21:32

Ein Film, der mich diese Woche stark bewegt hat, ist "Das Wunder von Kärnten" mit Ken Duken in der Hauptrolle. Der Film handelt von einer wahren Begebenheit. Ein kleines Mädchen ertrinkt und kommt nach 30 Minuten im Wasser ins Krankenhaus. Der Arzt, selber Vater von einem Sohn, versucht alles, um das Kind zu retten, aber die Rettungsaktion gestaltet sich schwieriger als gedacht. Immer wieder treten Komplikationen ein. Schließlich gelingt es den Ärzten, die Kleine zu stabilisieren, aber dennoch bleibt die Frage - Wird sie jemals wieder aufwachen? Wer das Ende wissen will, kann sich ja den Film in der ZDF-Mediathek anschauen. ;)

 

Der Film zeigt anschaulich wie schnell kann sich das Leben doch ändern kann! Manchmal reicht schon eine halbe Stunde (oder weniger) aus, um die komplette Lebenssituation zu verändern. Nur ein paar Minuten reichen aus, um das spielende Kind aus den Augen zu verlieren. Für den Arzt Dr. Markus Thalmann reicht ein Anruf, um ihn zwar einerseits von dem Heimweg abzuhalten, aber letzten Endes näher an seine Familie zu führen.

 

Auch das macht der Film deutlich - die Bedeutung der Familie! Was ist es, was im Leben letzten Endes zählt? Die Karriere? Das schnelle Geld? Oder nicht vielleicht doch die Familie und die Menschen, die einen lieben? Auf drastische Weise wird deutlich, wie schnell dieses Glück zerstört werden kann. Dr. Thalmann zieht daraus letzten Endes seine Konsequenzen.

 

Eine letzter Punkt wurde mir ebenfalls bewusst: Auch heute noch geschehen Wunder! Eigentlich ist es relativ unwahrscheinlich, dass das Mädchen überleben konnte. In einem Lied heißt es: "Gott tut Wunder - heute noch!" Sicher kann man die Rettung des Kindes dem medizinischen Können der Ärzte zuschreiben. Als Christin bin ich aber davon überzeugt, dass alles von Gott kommt - das Wissen, unsere Fähigkeiten und vieles mehr. Ebenso denke ich auch, dass Gott hier eingegriffen hat.

 

Aber gerade wenn man an Gott glaubt, stellt sich dann die Frage: "Warum hat Gott hier geholfen und vielen anderen nicht?" Ich habe darauf keine endgültige Antwort, aber als Christin glaube ich auch daran, dass ich mit meinen Fragen jederzeit zu Gott kommen kann. Ob ich sofort eine Antwort auf meine Fragen bekomme, ist wieder eine andere Frage. Aber ich glaube fest, dass Gott meine Fragen hört und mir zur rechten Zeit Antworten geben wird...

 

 

 

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22. Januar 2012 7 22 /01 /Januar /2012 14:11

Heute geht es mir um einen Film, den ich vor einigen Jahren im Englischunterricht gesehen habe, der mich aber sehr geprägt hat. Gerade in Debatten um die Integrität unserer Politiker passt die Philosophie dieses Films sehr gut hinein.

 

Der Film heißt "Der Club der Cäsaren" (Emperor's Club) mit Kevin Kline in der Hauptrolle. Mr. Hundert ist Lehrer an einer privaten Jungeneliteschule in den 70ern Jahren. Er unterrichtet Alte Geschichte und sieht seine Rolle darin, die Jungen so zu formen, dass sie später gute Staatsdiener sind. Die Absolventen dieser Schule werden später zu bedeutenden Politkern, Staatsanwälten oder Richtern des Landes. Darauf möchte Mr. Hundert sie vorbereiten. Besonders die Moral ist für ihn wichtig. Gleich zu Beginn des Films prägt er seinen Schülern ein: "Großer Ehrgeiz und Eroberung ohne eine Beitrag (für die Gesellschaft) ist ohne Bedeutung. Was wird euer Beitrag sein? Wie wird sich die Geschichte an euch erinnern?"

 

Eines Tages kommt ein neuer Schüler, namens Sedgewick Bell, in die Klasse, der im Laufe der Geschichte alles durcheinander bringt. Er vertritt die Auffassung - "Alle Mittel sind recht, um das Ziel zu erreichen". Mr. Hundert hingegen versucht ihm beizubringen, dass man eben nicht alle Mittel recht sind. Allerdings kommt Mr. Hundert im weiteren Verlauf des Films immer mehr und mehr von seinen Prinzipien ab und zeigt durch sein Handeln, dass er genauso handelt wie Mr. Bell. Über sich selbst erschrocken, reicht er dann die Kündigung ein und zieht sich in den Vorruhestand zurück.

 

Ein paar Jahre später wird er zum Klassentreffen von Sedgewick Bell's Klasse eingeladen. Sedgewick ist inzwischen Politiker geworden. Auf diesem Treffen stellt sich heraus, dass sich Sedgewick Bell nicht geändert. Er betrügt immer noch, um seine Ziele zu erreichen. Mr. Hundert wird dadurch klar, dass er bei ihm als Lehrer versagt hat. Dennoch sieht er aber auch auf diesem Klassentreffen, dass es im Leben um mehr geht, als nur einen einzigen Erfolg oder Misserfolg.

 

Geht es nicht letzten Endes genau darum? Ein Erfolg oder ein Versagen entscheiden nicht darüber, ob die Geschichtsbücher irgendwann schreiben, dass das Leben erfolgreich oder nicht erfolgreich war. Es geht um das Ganze - auch der Umgang mit Erfolg oder Versagen. Wer Erfolge feiert, kann leicht übermütig werden und das richtige Krisenmanagement ist auch nicht immer leicht, wie die Angelegenheit um Wulff oder Guttenberg beweist.

 

Aber es sind ja nicht nur die großen Politiker, Schauspieler usw., die sich dieser Frage stellen müssen, sondern jeder von uns. Wahrscheinlich wird kaum jemand von uns einmal in einem Geschichtsbuch auftauchen. Aber dennoch stellt sich irgendwann die Frage, war mein Leben ein Erfolg? Daher möchte ich schon jetzt darüber nachdenken: Wie wird sich die Geschichte eines Tages an mich erinnern? Wie würde ein Historiker später mein Leben beschreiben? Oder für alle Insider, die den Film schon kennen: Bin ich ein Shutruk-Nahunte oder Sokrates, Cäsar etc.?

 

 

 

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14. Januar 2012 6 14 /01 /Januar /2012 18:02

Heute Abend kommt ein DVD-Tipp von mir, der sich an alle richtet, die sich weigern, DSDS und Dschungelcamp heute Abend anzuschauen. :)

 

Der Film "Sie nennen ihn Radio", mit Cuba Gooding Jr. und Ed Harris, stammt aus dem Jahr 2003 und erzählt die wahre Geschichte eines behinderten, jungen Mannes im Amerika der 60er/70er Jahre. Die Handlung ist eigentlich relativ simpel: Ein Highschool-Footballcoach nimmt sich eines schwarzen, geistig behinderten, jungen Mannes an, der von den anderen Jugendlichen gemobbt wird. Da der junge Mann außer "Radio" kein Wort heraus bringt, wird von da an nur noch Radio genannt. Durch seine ansteckende Art verändert Radio die Menschen und zeigt, was Nächsten- und Feindesliebe wirklich bedeutet.

 

Der Film bringt einen zum Lachen und Weinen und ist eine wunderbare Geschichte über eine Männerfreundschaft. Cuba Gooding Jr. mimt ausgezeichnet den geistig behinderten, jungen Mann und überzeugt in dieser Rolle. Mich hat dieser Film jedenfalls begeistert und Radio ist für mich definitiv zu einem Vorbild geworden. Also - unbedingt anschauen! Lohnt sich!

 

Hier der Trailer:


 

 

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