Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".
In meiner Kirchengemeinde besteht der Gottesdienst aus zwei Teilen - dem Bibelgespräch und der Predigt. Natürlich gibt es auch ein bisschen Lobpreis vorneweg und Gebete zwischendurch, aber Bibelgespräch und Predigt sind die wesentlichen Anteile eines Gottesdienstes bei uns.
Jedes Vierteljahr wird ein anderes Thema oder ein anderes biblisches Buch gemeinsam studiert. Und damit die ehrenamtlichen Bibelgesprächsleiter Hilfe und Unterstützung erfahren, gab es in Friedensau bei Magdeburg dieses Wochenende ein Symposium zum Thema Bibelgespräch im Gottesdienst. Der Samstagnachmittag war ein großer Vortragsmarathon. Für mich als Studentin war's noch relativ normal, 4 Vorträge à 45 Minuten anzuhören. Aber die einzelnen Beiträge der Referenten waren sehr interessant und ich habe viel daraus mitnehmen können für mich.
Eine Ausführung hat mich besonders angesprochen - Bernhard Oestreich, Ph. D., hat den Aspekt des Bibellesens als das lebendige Wort Gottes an einen persönlich betont und dass es wichtig ist, die Bibel als einen Gesprächspartner zu sehen. Das geschieht wiederum durch eine Betrachtung des Textes. So kann man z. B. Fragen an den Text stellen. Letzten Endes ist es aber nicht unser Verstand, der die Bibel "beurteilt", sondern es ist Gott, der darin zu uns spricht.
Andrea Adams-Frey singt in dem Lied "Heilige Schrift" genau von ihrem Wunsch zu erleben wie Gott durch sein Wort mit ihr redet. Sie will auf ihn und seine Stimme hören. Ich habe bereits erlebt, wie Gott zu mir durch die Bibel gesprochen hat. Das war in einer Zeit, in der ich mich einsam gefühlt hatte - ohne Freunde in der Schule und in der Gemeinde. Und in einer Nacht, als ich richtig verzweifelt darüber war, schlug ich mehr aus Langeweile und aufs Geratewohl die Bibel auf und landete bei Psalm 55. Darin erzählt David, wie sein bester Freund ihn verriet. Fast genau die gleiche Situation wie bei mir. Und dann kommt eine großartige Verheißung in Vers 23: "Bring deine Sorgen vor den Herrn, er wird dir helfen. Er wird nicht zulassen, dass der Gottesfürchtige stürzt und fällt." Für mich war das so, als ob Gott auf meiner Bettkante sitzen und mich umarmen würde. Dieser Text traf mich in dieser Situation tief.
Seitdem habe ich diesen Wunsch und dieses Bedürnis danach, Gott in seinem Wort zu erleben. Ich möchte wieder von ihm berührt werden - auch wenn's vielleicht mal schmerzhaft ist. Heilsam ist es auf jeden Fall. Und wie geht es euch damit? Wie wurdet ihr von Gott durch die Bibel angesprochen?