Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".
Von Alexander dem Großen wird Folgendes erzählt: Eines Tages kam einer der Philosophen zu ihm, die an seinem Hof tätig waren. Er klagte über eine große finanzielle Not und war praktisch mittellos. Alexander stellte ihm daraufhin quasi einen Blanko-Scheck aus, eine Vollmacht, mit der der Philosoph einen unbestimmten Betrag vom Schatzmeister bekommen konnte.
Daraufhin ging der Philosoph zu eben diesem Schatzmeister und verlangte einen Betrag von 1000 Pfund. Der Chef über die Finanzen war darüber schockiert, weigerte sich das Geld auszuzahlen und wandte sich an den König. Alexander hörte sich die Einwände ruhig an und meinte dann aber zum Erstaunen des Schatzmeisters: "Zahle ihm den Betrag aus. Sein Vertrauen ehrt mich. Er glaubt, dass ich so viel Geld in meiner Schatzkammer habe und dass ich ihm tatsächlich diesen Betrag geben werde. Dieses Verhalten ehrt mich."
Wie sieht das mit Gott aus? Als Christen glauben wir daran, dass Gott die ganze Welt, ja, das ganze Universum gehört. ER hat alles geschaffen. Im Prinzip gleichen wir diesem Philosophen. Auch wir sind mittellos. Die Bibel sagt, dass wir Menschen alle Sünder sind - seit dem Sündenfall von Adam und Eva. Die ganze Natur, alle leiden seitdem unter den Folgen der Sünde. Die Schuld, die zwischen Gott und uns steht, kann niemals beglichen werden. Wir sind, so wie der Philosoph in der Geschichte, mittellos.
Aber Gott will uns helfen, so wie Alexander in der Geschichte. Er will nicht, dass wir an unseren Schulden zugrunde gehen. Aber der Preis der Sünde ist hoch - Sünde verlangt den Tod. Aus diesem Grund schickte Gott seinen Sohn auf unsere Welt - Jesus. Er sollte, durch seinen Tod, unsere Schuld bezahlen, damit wir wieder frei zu Gott kommen können. Jesus hat tatsächlich für unsere Schuld bezahlt. Daher sagt Paulus: "Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet."
An einer anderen Stelle fragt Paulus: "Gott hat nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont, sondern hat ihn für uns alle gegeben. Und wenn Gott uns Christus gab, wird er uns mit ihm dann nicht auch alles andere schenken?" (Römer 8,32 Neues Leben) Ist das nicht eine schöne Verheißung, die Gott uns da macht? ER lädt uns ein, Großes von ihm zu erwarten! Erwarten wir wirklich Großes von Gott?
Ich gestehe - manchmal bin ich doch recht kleingläubig. Manchmal traue ich IHM zu wenig zu. Sicher weiß ich, dass Gott allmächtig ist, aber ich weiß eben auch, dass Gott eben nicht alle Bitte erfüllt. Dennoch bin ich jedes Mal beschämt, wenn ich erlebe, wie Gott manche meiner Träume und Wünsche erfüllt. Natürlich verstehe ich sein Handeln nicht immer und auch ich lebe in der Spannung, dass ich einerseits meine Erwartungen in ihn setzen darf, aber dennoch auch damit enttäuscht werde.
Aber meine Erwartungen in Gott zu setzen bedeutet auch, dass ich loslassen, dass ich mich fallen lassen kann. Es bedeutet, nicht nur von Gott zu erwarten, dass er meine Erwartung erfüllt, sondern dass er sie auch mal nicht erfüllt. Auf Gott zu vertrauen bedeutet, eigene Wünsche und Ziele fallen zu lassen, denn nur so können wir Gottes Geschenke bekommen. Manchmal sind nämlich unsere Hände so sehr mit unseren Wünschen gefüllt, dass Gottes Geschenke, die noch besser sind als unsere kühnsten Vorstellungen, gar nicht mehr hinein passen. Um Gottes Geschenke zu erhalten, müssen wir erstmal unsere Ideen und Wünsche fallen lassen. Und das tut weh.
Noch ein weiterer Gedanke geht mir dabei durch den Kopf. William Carey, der Gründer der Baptist Missionary Society, sagte einmal in einer Predigt: "Erwarte Großes von Gott und unternimm Großes für Gott!" Was können wir diese Woche Großes für Gott unternehmen?