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Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".

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Glaube vs. Wissen?!

Nach dem Posten meines vorletzten Artikels "Wiederholung macht den Meister" gab es rege Diskussionen auf meinem Facebook-Profil mit der Frage, ob man sich Gott nicht vielleicht auch einreden kann. Daher möchte ich heute mit euch über Glauben und Wissen diskutieren.

 

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Philosophie. Nach der klassischen Wissensdefinition heißt es folgendermaßen:

 

1. a glaubt, dass p

2. a glaubt aus gerechtfertigten Gründen, dass p

3. p ist der Fall.

 

Alle drei Punkte müssen zutreffen, damit man von Wissen sprechen kann. Auf Gott übertragen müsste das bedeuten: 1. Ich glaube, dass Gott existiert. 2. Ich glaube aus gerechtfertigten Gründen (z. B. die persönliche Erfahrung), 3. Gott existiert tatsächlich. Genausogut kann man auch mit der Nichtexistenz Gottes argumentieren - 1. Ich glaube, dass Gott nicht existiert, 2. Ich glaube aus gerechtfertigten Gründen an die Nichtexistenz (z. B. persönliche Erfahrung mit Leid), 3. Gott existiert tatsächlich nicht.

 

Kann man in beiden Fällen wirklich von Wissen sprechen? Wenn ich mir beide Varianten anschaue, dann hapert es letztendlich am letzten Punkt. Gibt es Gott oder gibt es ihn nicht? Glauben und gerechtfertigt glauben tun meiner Meinung nach beide. Aber beweisen, dass es Gott tatsächlich gibt oder nicht gibt, können beide nicht - weder mit Naturwissenschaften, noch mit reiner Logik. Kann man daher in Bezug auf Gott von Wissen sprechen?

 

Ich meine, nein. Natürlich habe ich, als gläubiger Mensch, Erfahrungen mit Gott gemacht. Diese Erfahrungen können aber von jedem anders gedeutet werden und gelten vielleicht für mich subjektiv als Beweis, aber nicht unbedingt auch für einen Dritten.

 

Jetzt könnten natürlich die Atheisten sagen: "Na, siehst du, dann ist der Glaube an einen existierenden Gott ja doch nur Einredung!" Darauf antworte ich: "Ja, aber die Nichtexistenz Gottes ist ebenfalls Glaube." Wir wissen es nach der klassischen Wissensdefinition aber nicht.

 

Die Bibel sagt dazu in Hebräer 11,1: "Was ist nun also der Glaube? Er ist das Vertrauen darauf, dass das, was wir hoffen, sich erfüllen wird, und die Überzeugung (könnte auch mit "Beweis" übersetzt werden), dass das, was man nicht sieht, existiert."

 

In 1. Kor. 13,12 heißt es: "Jetzt sehen wir die Dinge noch unvollkommen, wie in einem trüben Spiegel, dann aber werden wir alles in völliger Klarheit erkennen. Alles, was ich jetzt weiß, ist unvollständig; dann aber werde ich alles erkennen, so wie Gott mich jetzt schon kennt."

 

Mich macht dieses "Wissen" um mein "Nichtwissen" demütig. Es verunsichert mich nicht in meinem Glauben, wie vielleicht mancher meinen könnte, der dieses liest. Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit ihm, bin ich davon überzeugt, dass es ihn gibt. Und selbst wenn es ihn nicht geben sollte - für mich ist der Glaube an Gott immer noch die bessere Alternative, als der Glaube an seine Nichtexistenz. Die Gründe dafür werde ich morgen erörtern. Bis dahin bleibt mir nur mit Sokrates zu sagen: "Ich weiß, dass ich nicht weiß."

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T
<br /> Punkt 2. "aus gerechtfertigten Gründen". Ist Erfahrung ein "gerechtfertigter Grund"? Erfahrungen sind subjektiv und individuell. Das Wissen muss jedoch allgemein sein, um anerkannt zu werden.<br /> <br /> <br /> Ich sehe keine Widerspruch zwischen G. und W., da ich meine, es sind unterschiedliche "Ebenen". Wertfrei betrachtetes Wissen wird dem Glauben nur nutzen können.<br />
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K
<br /> <br /> Vielen Dank für Deinen interessanten Kommentar! Aus diesem Grund besteht nach Platon und der klassischen Wissensdefinition Wissen nicht nur aus Glaube und gerechtfertigten Gründen. Sondern da<br /> spielt auch noch das Faktum eine wichtige Rolle. Es ist das, was du als allgemein bezeichnest. Und damit hast Du völlig Recht. Um es mathematisch auszudrücken, verhält es sich mit dem Wissen so:<br /> Glaube + gerechtfertigter Grund + Fakt = Wissen. Man kann nach Platon nur von Wissen sprechen, wenn alle drei Dinge zutreffen.<br /> <br /> <br /> Daher hast Du durchaus Recht, wenn Du sagst, dass es unterschiedliche Ebenen sind. Glaube ist für mich ein wesentlicher Bestandteil von Wissen. Die Frage, die ich mir nur grad stelle ist: Kann<br /> man Wissen wirklich wertfrei betrachten? Wertet die Naturwissenschaft nicht schon bereits, wenn sie Gottes Handeln in der Natur prinzipiell ausschließt und versucht alles auf "natürliche" Art und<br /> Weise zu erklären? Ist aber andererseits nicht auch schon die Voraussetzung, dass es Gott gibt, ein werten? Kann man daher wirklich von einem objektiven, wertfreien Wissen sprechen?<br /> <br /> <br /> <br />
J
<br /> Sehr schöne und klare Gedanken! Ich frage mich, wie es sich anfühlen wird, wenn dann bei der Wiederkunft auch die dritte Bedingung erfüllt ist und wir plötzlich WISSEN, dass Gott existiert. Muss<br /> unheimlich sein... Interessant ist auch, dass das der erste Satz sein wird, den wir WISSEN...<br />
Antworten
K
<br /> <br /> Hmm... interessanter Gedanke. Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Das muss sich echt merkwürdig und unheimlich anfühlen.<br /> <br /> <br /> <br />
A
<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> vor 22 Minuten<br /> Alexander Lena Zesdris<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br /> Ich denke das wenn es um Gott geht, man nicht vom Wissen sprechen kann. Genauso wenig für die Schöpfung, egal welcher Seite man sich anschliesst, ob durch Gott oder Evolution.<br /> Wissenschaftlich kann man beides nicht beweisen, es bleibt einem nur eins der Glaube. Der Glaube ist mehr als Wissen, wenn man Glaubt weil man es Weiss, ist es dann noch Glaube? Für<br /> mich Persönlich ist Glaube auch vertrauen, und wenn man vertraut dann ist das nicht Wissenschaftlich belegbar. Im Bezug auf Personen wem man vertraut.<br /> Und wenn der Glaube an Gott mit zwängen verbunden ist dann ist es verständlich warum man Beweise braucht um an ihn zu Glauben. Denn wenn er Existiert dann muss ich an ihn Glauben denn<br /> sonst muss ich die Konsequenzen tragen. Ich Glaube an Gott weil er mich frei macht und gemacht hat.<br /> <br /> <br /> <br /> <br /> <br />
Antworten
K
<br /> <br /> Vielen Dank Alex für Deinen Beitrag und Dein Zeugnis! Mir geht es genauso wie Dir. :)<br /> <br /> <br /> <br />