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Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".

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Gott ist da

Seit Mittwoch ist meine Welt auf den Kopf gestellt. Nichts ist mehr so wie es mal war seitdem meine Oma nicht mehr unter uns weilt. Da hatte ich besonders am Wochenende einiges zu knabbern.

 

Weil ich einfach zur Ruhe kommen wollte, habe ich mich in eine christliche Einrichtung zurück gezogen - mit Erfolg. Die Stille dort war mir schon wieder fast unheimlich! Aber ich hatte dort sehr viel Zeit zum Beten, Bibellesen, Tagebuch schreiben und vieles mehr. Ich konnte dadurch ein Stück weit den Tod meiner Oma verarbeiten.

 

Gleich am Freitag las ich dann in meiner Bibellese einen Text, der mich nachdenklich werden ließ und der mich dann auch nach einigem Nachdenken Kraft geschenkt hat:

 

Die sieben Tage waren fast vorüber, als einige Juden aus der Provinz Asien Paulus im Tempel sahen und einen Aufruhr gegen ihn anzettelten. Sie packten ihn und schrien: »Männer Israels! Helft uns! Das ist der Mann, der sich in seiner Lehre gegen unser Volk wendet und es dazu verführt, die jüdischen Gesetze zu missachten. Er ist nach seinen eigenen Aussagen gegen den Tempel - ja er entweiht ihn sogar, indem er Nichtjuden hereinbringt!« Früher an jenem Tag hatten sie ihn nämlich mit dem Griechen Trophimus aus Ephesus  in der Stadt gesehen und angenommen, Paulus habe ihn in den Tempel mitgebracht. Durch diese Anschuldigungen geriet die gesamte Bevölkerung der Stadt in Aufruhr, und es kam zu einem Tumult. Sie zerrten Paulus aus dem Tempel und schlossen hinter ihm sofort die Tore. Während sie versuchten, ihn zu töten, erfuhr der Oberste der römischen Garnison, dass ganz Jerusalem in Aufregung war. Sofort ließ er seine Soldaten und Offiziere antreten und ging rasch hinaus, mitten unter die Menge. Als das Volk den Befehlshaber und die Soldaten kommen sah, hörten sie auf, Paulus zu prügeln. Der Befehlshaber verhaftete ihn und ließ ihn mit zwei Ketten fesseln. Dann fragte er die Menge, wer dieser Mann sei und was er getan habe. Die einen riefen dies, die anderen jenes. In dem Geschrei und Durcheinander konnte er die Wahrheit nicht herausfinden, also befahl er, Paulus in die Festung zu bringen. Als sie die Treppe erreichten, wurde die Menge so gewalttätig, dass die Soldaten Paulus auf ihre Schultern heben mussten, um ihn zu schützen. Die Menge drängte hinterher und schrie: »Weg mit ihm, weg mit ihm!«
Als sie Paulus hineinführen wollten, fragte er den Befehlshaber: »Ist es mir erlaubt, mit dir zu sprechen?« »Du verstehst Griechisch?«, wunderte sich der Kommandant. »Bist du denn nicht der Ägypter, der vor einiger Zeit einen Aufstand anzettelte und viertausend Mitglieder jener fanatischen Partei in die Wüste führte?« »Nein«, erwiderte Paulus, »ich bin ein Jude aus der bedeutenden Stadt Tarsus in Zilizien. Bitte, lass mich zu diesen Leuten sprechen.« Der Befehlshaber stimmte zu, und so stellte sich Paulus auf die Treppe und bat mit Gesten um Ruhe. Bald herrschte tiefes Schweigen in der Menge. Dann sprach er die Menschen in ihrer Muttersprache Hebräisch an." (Apostelgeschichte 21, 27 - 40, Neues Leben)
Paulus ist da echt in einer brenzligen Situation. Seine Landsmänner wollen ihn umbringen. Doch im allerletzten Augenblick kommen die römischen Soldaten und er wird gerettet. Als ich diesen Text las und so darüber nachdachte, kam mir der Gedanke, dass Gott die römischen Soldaten geschickt hat. Ja, er hat zugelassen, dass Paulus hier Prügel bezog und in eine sehr bedrohliche Situation geriet. Aber er ließ ihn nicht allein. Im schlimmsten Augenblick schickte er die Rettung.
In der Bibellesezeitschrift Orientierung stand dazu folgender Kommentar:
"Aber er (Paulus) wird verhaftet. ... Gott hat das nicht verhindert. Und doch ist er Paulus in dieser für ihn sehr schweren Situation nahe. Er hat alles in der Hand. Die römischen Soldaten sind hier seine Werkzeuge. Paulus bekommt auf diese Weise eine "Großveranstaltung", die sonst wohl nicht so möglich gewesen wäre." (Orientierung, 3/2013, S. 18, Bibellesebund Marienheide)
Dieser Gedanke, dass Gott alles in der Hand hat und Paulus bewahrt, hat mich tief berührt. Meiner Oma und mir waren keine weiteren 10 Jahre vergönnt, obwohl ich es mir echt gewünscht hätte. Aber genau vor einem Jahr sah es bei meiner Oma gesundheitlich sehr sehr schlecht aus und wir dachten, es ginge zu Ende. Da hat sie mit Gott einen "Deal" abgeschlossen - sie wollte gerne u. a. ihre Memoiren beenden. Wenn auch ihre anderen Wünsche nicht unbedingt in Erfüllung gingen, aber Gott hat ihr diesen einen Wunsch noch erfüllt. Ungefähr ein Jahr später hielt sie ihre Autobiographie als Taschenbuch in den Händen. Und auch ich konnte spüren, dass Gott in dieser Situation mit mir ist. Ja, Gott lässt manches zu - und dennoch, auch wenn wir es nicht meinen, er ist immer an unserer Seite und steht uns bei.
An jenem Abend schrieb ich in mein Gebetstagebuch:
"Vater, Du hast Paulus in dieser bedrohlichen Situation nicht allein gelassen. Du bist auch der Hagar begegnet und hast auch ihr neuen Mut geschenkt. Vater, begegne Du mir wieder neu an diesem Wochenende. Lass mich wieder neu und ganz besonders in dieser Situation Deine Gegenwart spüren und erfahren. Hab' Dank dafür, dass Du mir immer nahe bist und mich begleitest wo auch immer ich bin."
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K
<br /> Liebe Kirsi, ich wünsche dir viel Trost und Kraft, um über den Verlust deiner Oma hinwegzukommen! Vergiss nicht, immer wenn du an deine Oma denkst, dann ist sie bei dir! Ich bin sicher, dass du<br /> von ihr träumen wirst!<br /> <br /> <br /> Und du hast deinen Glauben, der dir über diesen Verlust helfen wird.<br /> <br /> <br /> Sähe ich dich vor mir stehen, dann nähme ich dich einfach in die Arme und striche dir tröstend über den Rücken ...<br />
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K
<br /> <br /> Liebe Kiat,<br /> <br /> <br /> vielen Dank für Deine lieben Grüße! Schön, dass du so Anteil genommen hast. :) Das freut mich echt!<br /> <br /> Ich war die letzten Monate sehr beschäftigt und kam nicht dazu, hier vorbeizuschauen, daher antworte ich Dir erst jetzt. Mir geht es inzwischen wesentlich besser. Ich habe den Tod meiner Oma gut<br /> verarbeiten können und dafür bin ich dankbar. :)<br /> <br /> <br /> <br />