Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".
Gestern habe ich mir den Film "Jonas - Der Film" angeschaut. Darin kehrt der Schauspieler Christian Ulmen nach 16 Jahren in die Schule wieder zurück. Bis auf ihn ist alles an der Schule echt - die Lehrer und die Schüler.
Okay, die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann ist doch etwas lustiger, auch wenn es hier einige amüsante Szenen gibt. Eine Stelle im Film hat mich dann doch sehr berührt. Darin sitzt Jonas mit einer Lehrerin in einer Kirche und erhält sich über den Glauben an Gott. Da sie im Unterricht über die verschiedenen Schöpfungsmythen und die wissenschaftliche Erklärung zur Entstehung der Welt erklärt hatte, hatte Jonas sie zu einem Gespräch eingeladen. Nun sitzen die beiden also in der Kirche und Jonas fragt sie nach ihrem Glauben.
Die Lehrerin erklärt, dass sie nicht an einen lieben Gott glauben kann, da sonst Adam und Eva nicht ohne eine weitere Chance aus dem Garten Eden vertrieben worden wäre. Strafe muss zwar sein, aber sie als Lehrerin gibt ja auch ihren Schülern eine zweite Chance. Ebenso kann sie nicht verstehen, warum Gott die Menschen nach dem Turmbau zu Babel so bestraft hat - es sei doch schön gewesen, dass die Menschen so zusammen gearbeitet und sich verstanden hätten.
Nun könnte ich ztwar versuchen, theologische Erklärungen für beide Begebenheiten zu liefern. Mir ist jedenfalls dabei mal wieder bewusst geworden, wie leicht man die Bibel missverstehen kann, wenn man nur einen Teil kennt. Die Lehrerin sieht zum Beispiel nicht, dass Gott den Menschen gleichzeitig mit dem Vertreiben aus dem Paradies zahlreiche Verheißungen auf einen Erlöser mit auf den Weg gibt - z. B. in den Tierfellen, die als Kleidung dienen oder in den Cherubim usw. Ebenso erkennt die Lehrerin das Grundproblem hinter dem Turmbau zu Babel nicht.
Ich habe mich an dieser Stelle gefragt, wie vielen Leuten es in unserer Umgebung nicht genauso geht. Man hat zwar vielleicht mal die biblischen Geschichten gehört, aber man kriegt sie nicht mehr richtig zusammen. So geht es mir zum Beispiel mit manchen schönen Märchen. Einige Dinge kennt man noch, aber eben nicht mehr alles und da kann dann das interessanteste Wirrwarr entstehen. Für das Gottesbild und den Umgang mit der Bibel ist das aber fatal. Ich könnte auch nicht an einen lieben Gott glauben, wenn Gott so kalt und willkürlich regieren würde, wie es diese Lehrerin sieht.
Ich bin daher so dankbar, dass es die Bibel gibt und ich darin nachlesen kann, wie dieser Gott wirklich ist. Anstatt nur irgendwelchen Vorurteilen zu folgen, möchte ich selber wissen, wie dieser Gott sich selbst vorstellt und sagt wie er ist und was er noch für einen Plan mit dieser Welt hat. Ich brauche dadurch auch nicht über den Fragen nach dem Woher und dem Sinn meines Lebens den Kopf zu zerbrechen. Die Antworten darauf finde ich in Gottes Liebesbrief an mich.
Gerade auch beim Lesen der Bibel entdecke ich immer wieder wie aktuell dieses alte Buch doch ist - gerade auch in Zeiten der Wirtschaftskrise und Verschuldungen. Schade, dass wir heute nicht mehr das Prinzip des Sabbat- und Jubeljahres haben. Dann sähe es wirtschaftlich schon ganz anders bei uns aus. Ich wünschte mir, dass noch viel mehr Menschen die Bibel wieder in die Hand nehmen und darin lesen, damit aus einem Halbwissen ein vollständigeres Wissen wird.