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Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".

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Jane Austen und "Sei schlau, stell dich dumm"

Neulich bin ich mal wieder in einer Buchhandlung über das Buch von Deutschlands bekanntester Blondine, Daniela Katzenberger, gestolpert: "Sei schlau, stell dich dumm!" Auch wenn ich mit Frau Katzenberger sonst wenig anfangen kann, erinnerte mich der Titel an eine Aussage von Jane Austen (1775 - 1817) aus ihrem Buch "Northanger Abbey", das ich gerade lese.

 

Darin beklagt die Protagonistin Catherine an einer Stelle für sich ihre Unwissenheit, ohne zu wissen, dass diese Unwissenheit gerade auf ihren Helden großen Eindruck macht. Jane Austen kommentiert dies folgendermaßen mit ironischen Worten:

 

"Wo Leute zu gefallen suchen, sollten sie immer unwissend sein. Wer eine solide Bildung mitbringt, ist unfähig, der Eitelkeit der anderen zu schmeicheln, was ein zartfühlender Mensch immer zu vermeiden sucht. Besonders eine Frau sollte, wenn sie schon das Unglück hat, irgendetwas zu wissen, es immer so gut wie möglich verbergen. Welche Vorteile natürlich Dummheit bei einem schönen jungen Mädchen hat, ist durch die begabte Feder einer Schriftstellerkollegin schon dargestellt worden; ihrer Behandlung des Themas will ich, um den Männern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, nur hinzufügen: Auch wenn für den größeren und anspruchsloseren Teil des starken Geschlechts Schwachsinn den weiblichen Charme wesentlich erhöht, gibt es unter ihnen doch einige, die zu vernünftig und zu aufgeklärt sind, um sich von einer Frau überhaupt etwas anderes als geistige Schlichtheit zu wünschen." (Kloster Northanger, Reclam Taschenbuch, 2007, S. 121)

 

Gerade bei Jane Austen spielt Intelligenz und Klugheit eine große Rolle. Allein an der Sprache ihrer Charaktere und an deren Beschreibung kann der Leser sofort auf einen Blick erkennen, ob es sich um einen gebildeten und weisen Menschen handelt oder nicht. Dummheit wird in Jane Austens Werken schnell abgetan, wie ein Mr. Collins in "Stolz und Vorurteil". Wahre Helden und Heldinnen sind in ihren Büchern die Belesenen und Gebildeten. Gerade in ihrem Buch "Northanger Abbey", aus dem ich oben zitierte, parodiert sie auf geniale Weise einen Romanklassiker ihrer Zeit. Auch in ihren anderen Büchern fällt ihr Wissen und das Geschick, die Gesellschaft zu kritisieren, auf.

 

Und doch stellt sie ihr Licht unter Scheffel. Jahrelang erscheinen ihre Romane unter "by a lady" - ihr Name wird nicht genannt und erst später bekannt. Ein Verhalten, das vermutlich angesichts der Tatsache, dass Romane in der feinen Gesellschaft sehr verpönt waren (vergleichbar mit Sendungen wie das Dschungelcamp - keiner sieht sie, aber jeder weiß Bescheid), sehr klug war. Katzenbergers Motto "Sei schlau, stell dich dumm" ist damit  auch schon zu Jane Austens Zeiten bekannt und hält sich wohl bis heute eisern in unserer Gesellschaft.

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