Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".
Heute ist mal wieder so ein Tag... Ich bin hundemüde, weil ich gestern zu spät ins Bett gegangen bin. Aber dementsprechend müde bin ich heute. Besonders am Nachmittag fiel es mir schwer, die Augen aufzuhalten. Eigentlich hatte ich für heute eine ganze Liste mit Aufgaben, die ich noch erledigen wollte, aber durch meine Müdigkeit kam ich irgendwie zu nix wirklich... Kennt ihr auch solche Tage? Da wünsche ich mir einen super genialen Wachmacher, der mich wach und frisch hält und der nicht gesundheitsschädlich ist.
So ähnlich ist es vielleicht auch den Jüngern im Garten Gethsemane in der Nacht, in der Jesus verraten wurde, ergangen. Sie waren so müde, dass sie einschliefen und das, obwohl Jesus sie aufforderte: " Seid wachsam und betet, sonst wird euch die Versuchung überwältigen. Denn der Geist ist zwar willig, aber der Körper ist schwach." (Markus 14,28 Neues Leben)
In seiner Endzeitrede in Lukas 21,36 verwendet Jesus eine ähnliche Formulierung: "Seid wachsam! Und betet darum, dass ihr, wenn es möglich ist, diesen Schrecken entkommen und vor dem Menschensohn stehen könnt." In diesem Kontext spricht Jesus von seiner Wiederkunft. Eines Tages wird er mit den Wolken des Himmels wiederkommen und sein Friedensreich aufbauen. Aber niemand weiß, wann genau das sein wird. Es kann morgen geschehen oder erst in 100 Jahren.
Da nur diejenigen gerettet werden, die an Jesus glauben und ihr Leben mit ihm leben, hat Jesus uns ein paar Zeichen genannt, die vor der Wiederkunft geschehen werden - Kriege, Naturkatastrophen, die Liebe wird erkalten, Verfolgung usw. In diesem Kontext werden wir aufgefordert wachsam zu sein und nicht zu schlafen. In manchen christlichen Kreisen wird daher sehr stark darüber gesprochen, welche Rolle einzelne Gruppierungen darin spielen - z. B. Freimaurer usw. Diese Menschen wollen auf jeden Fall wachsam sein und die Zeit nicht verschlafen. Sie wollen up to date bleiben mit dem was auf der Welt passiert. Dabei vergessen sie, dass man den Text in Lukas 21,36 auch mit "Wachet, indem ihr betet!" übersetzen könnte...
Daher habe ich leider den Eindruck, dass etwas sehr Wichtiges in manchen Teilen der christlichen Kirchen, auch in meiner Gemeinde, vergessen oder vernachlässigt wird - das Gebet. Ich kenne mehr Predigten über die Wiederkunft oder die Endzeit, als über das Gebet. Und das erschreckt mich zutiefst. Wie soll ich denn wach bleiben, wenn ich nicht den göttlichen Wachmacher benutze? Wie sieht es denn aus in den Gemeinden? Wann gab es die letzte Gebetsnacht oder Gebetskette in unseren Gemeinden? Haben unsere Gemeinden z. B. einen Gebetsraum in den man sich nach dem Gottesdienst auch mal zurück ziehen kann und das Gebet suchen kann? Sind unsere Ortsgemeinden wirklich betende Gemeinden? Sind sie dabei, wach zu werden, etwas gegen die Müdigkeit zu tun oder schlafen sie noch?
Ich kenne Gemeinden, die noch nicht mal einen Gebetskreis nach dem Gottesdienst haben, auch keine Gebetsgruppen, die sich unter der Woche treffen. Was nützt es uns denn darüber Bescheid zu wissen, was vor der Wiederkunft Jesu alles passieren wird und welche Rolle diverse Gruppen/Mächte einnehmen werden, wenn wir keine betende Gemeinde sind, wenn wir nicht die geistliche Gemeinschaft leben - auch in der Gemeinde? Wissen reicht nicht aus! Glaube will und muss gelebt werden!
Der Theologe Helmut Thielicke hat mal gesagt: "Jedes Gebet ist ein Zeichen, dass wir wachen. Und nicht nur das. Es ist zugleich ein Licht, das uns wach und frisch hält." (Orientierung 1/2012, S. 66, Bibellesebund e.V. Marienheide) Ich will mehr von diesem göttlichen Wachmacher haben, um für Jesu Wiederkunft wach und frisch zu sein!