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Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".

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Blindheit

Heute haben wir in einem Seelsorgekurs eine interessante Übung gemacht. Der einen Hälfte aus unserem Kurs wurden die Augen verbunden und die Sehenden sollten sie führen - allerdings ohne Worte. Dazu kam "erschwerend" hinzu, dass die Leute eine Zeit lang dominant und dann partnerschaftlich geführt werden sollten oder umgekehrt. Es ging also sowohl um Vertrauen, als auch um Führung.

 

Als ich dann von einem Kommilitonen geführt wurde, verlor ich komplett die Orientierung. Ich wusste nicht, wohin mich der Andere gerade führt oder wer mich da führt. Am Anfang kannte ich noch den Weg oder konnte erahnen, wo ich mich befinde, da die Sonne mir direkt ins Gesicht schien. Aber auf einmal befand ich mich im Schatten und es wurde wirklich dunkel um mich herum. Ich konnte mich nur darauf verlassen, dass mein Begleiter wusste, wohin er mich führt.

 

Gerade bin ich auf einen Text in Jesaja gestoßen, der diese Situation treffend beschreibt: " Ich führe Blinde einen neuen Weg, einen Weg, den sie nicht kannten, lasse ich sie gehen. Ich werde die Dunkelheit vor ihnen hell machen und den holprigen Weg vor ihnen ebnen. Diese Dinge werde ich ausführen und nicht davon ablassen."(Jesaja 42,16 Neues Leben)

 

Ich habe heute erlebt, was es heißt, blind zu sein und einen "neuen" Weg zu gehen. In dieser Situation hatte ich gar keine andere Wahl, als mich ganz und gar fallen zu lassen und darauf zu vertrauen, dass ich noch rechtzeitig vor einem Baum oder einer Lampe gestoppt werde. Durch diese "Blindheit" ist mir aufgegangen, wie blind auch ich manchmal durch's Leben gehe. Gott kennt das Ziel, er weiß wo's lang geht und er will mich führen - und das Schöne ist, dass es eine partnerschaftliche Führung und keine dominante Führung ist. Ich darf jederzeit mich anders entscheiden, aber dennoch lässt mich Gott nie ganz und gar los.

 

Eine spannende Sache passierte dann auch auf dem Rückweg in den Vorlesungsraum. Als ich den Eingangstürgriff nicht fand, wurde mir die Tür geöffnet. Die Treppenstufen im Gebäude wurden mir angezeigt, ich wurde zu einem Geländer geführt. Mein Begleiter half mir somit über die Hindernisse hinweg. Gott verspricht hier, einen neuen Zustand - die Dunkelheit wird hell und der holprige Weg eben. Dieses Versprechen finde ich einfach großartig! Gott räumt Hindernisse aus dem Weg!

 

C. H. Spurgeon sagt zu diesem Text folgendes: "Wir können nicht erraten, in welcher Weise Errettung für uns möglich ist, aber der Herr weiß es, und Er will uns leiten, bis wir jeder Gefahr entronnen sind. Glücklich sind diejenigen, die ihre Hand in die des großen Führers legen und ihm ihren Weg und sich selber gänzlich überlassen. Er wird sie den ganzen Weg führen, und wenn er sie heimgebracht hat in die Herrlichkeit, und ihre Augen aufgetan, den Weg zu sehen, den Er sie geleitet, was für ein Danklied werden sie ihrem großen Wohltäter singen!" (Quelle: link)

 

In dem Lied "Zipporah's Zuspruch", aus dem Poporatorium "Die 10 Gebote" von Dieter Falk und Michael Kunze, singt Zipporah ihrem Mann Mose zu: "Gott kennt den Weg auch wenn es dunkel wird. Glaub an ihn, was immer Dich verwirrt, denn er gibt auf Dich Acht und bleibt Dir nah. Gott steht zu Dir, wenn jeder Dich verlässt. Wenn die Erde bebt, hält er Dich fest. Ruf nach ihm in der Nacht und er ist da... Gott kennt den Weg, wenn Du nicht weiter weißt. Er will, dass Du Dich von Angst befreist. Lässt man Dich auch im Stich, er bleibt Dir nah. Gott kennt den Traum, den Du im Herzen trägst. Er kennt jeden Zweifel, den Du hegst. Glaub an mich. Glaub an Dich. Und er ist da. Gott kennt den Weg, auch wenn es dunkel wird."

 

 


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