Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".
Auf Blogg dein Buch wurde ein Buch von Günter Ewald, emeritierter Professor für Mathematik, beworben, das sofort meine Aufmerksamkeit erregte. Der Titel lautet: "Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen - Gibt es eine unsterbliche Seele?". Das Buch ist im Verlag Butzon & Bercker erschienen.
Inhalt
Nicht nur Theologen, sondern auch Naturwissenschaftler stellen sich bereits seit Jahrzehnten die Frage, wie die bekannten Nahtoderfahrungen wissenschaftlich erklärbar seien. Naturalistisch geprägte Wissenschaftler leugnen natürlich das Jenseits und deuten diese Erfahrungen auch dementsprechend. Günter Ewald versucht anhand der Quantenphysik aufzuzeigen, dass es durchaus so etwas wie eine unsterbliche Seele geben könnte.
Bewertung
Das Buch ist relativ leicht verständlich geschrieben, so dass auch Laien gut den Gedanken des Autors folgen können. Es ist in drei Teile unterteilt: 1. Erfahrungsberichte, 2. Quantenphysik, 3. Seele und Nahtoderlebnisse (Einbezug in Theologie und Religion). Die Erfahrungen sind interessant zu lesen. Die anderen beiden Teile des Buches sind etwas schwerer zu verstehen. Als Nichtphysikerin waren mir manche Gedanken einfach zu abstrakt.
Besonders enttäuscht war ich von seinen theologischen Ausführungen. Er geht nur oberflächlich auf die Ganztod-Theologie von Barth und Althaus ein, die besagen, dass der gesamte Mensch mit dem Tod stirbt. Ihrer Meinung nach gibt es keine unsterbliche Seele. Die Menschen werden am "Jüngsten Tag" wieder neu erschaffen (Barth) oder aus einer Art Schlaf erweckt (Althaus). Barth und Althaus haben damit die evangelische Theologie geprägt. Der Autor des Buches lehnt ihre Theologie lapidar als naturwissenschaftlich nicht haltbar und als im Widerspruch zur Quantenphysik stehend ab.
Der Autor versucht noch nicht einmal ansatzweise, seine Erkenntnisse mit den diversen Bibelstellen, die den Tod als Schlaf beschreiben oder die aufzeigen, dass der Mensch eine lebendige Seele ist (und nicht dass er eine Seele hat) in Einklang zu bringen. Ich hätte mir eine ergebnisoffenere Darstellung gewünscht und bin mir sicher, dass man seine Ergebnisse auch anders interpretieren könnte, aber dafür kenne ich mich zu wenig mit dieser Materie aus (vielleicht jemand von euch?).
Fazit:
Das Buch ist gut verständlich geschrieben, auch wenn manche Inhalte immer noch sehr abstrakt gehalten sind.
Ansonsten empfand ich das Buch als eine eher einseitige Darstellung des Themas. Andere Meinungen, die der Meinung des Autors widersprechen, werden zu schnell beiseite gewischt und als falsch abgetan. Da der Titel die Frage stellt: "Gibt es eine unsterbliche Seele?", hätte ich mir eine kontroversere Diskussion in seinem Buch gewünscht. Bibeltexte spielen bei seinen Betrachtungen überhaupt keine Rolle und werden einfach ignoriert.
Wenn ihr euch nun eure eigene Meinung darüber bilden wollt - hier könnt ihr es bestellen! An dieser Stelle möchte ich mich auch recht herzlich bei Blogg dein Buch und dem Verlag Butzon & Bercker bedanken, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben!