Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".
Es ist wieder soweit - Deutschland befindet sich ab heute wieder auf der Suche nach dem schönsten Topmodel. Die Jury um Heidi Klum sucht nach dem perfekten Model, das sowohl Fotoshootings, als auch die Laufstege beherrscht. Wieder wird in unzähligen Wohnzimmern die Frage diskutiert werden, welches Mädel wohl das Schönste ist. Die einen Zicken werden von den anderen Zicken aus der Gruppe gemobbt und die Unscheinbaren hinaus geworfen. Und nach ein paar Wochen ist wieder Ruhe im Karton. An die zahlreichen Verliererinnen erinnert man sich nach ein paar Wochen nicht mehr und selbst die Gewinnerinnen sieht man meist nicht mehr so oft im TV.
Schönheit ist wichtig. Im Internet gibt es zahlreiche Beauty-Blogs für Mädels zum Thema Schminken und Stylen. Gut auszusehen ist entscheidend für das persönliche Vorankommen. Dabei wird gerne vergessen, dass Schönheitsideale sich verändern. Noch vor ein paar Jahrhunderten wäre ich mit meiner Figur und meiner hellen Haut absolut "in" gewesen. Heute zählen Modelmaße (je dünner, desto besser) und schön gebräunte Haut.
Ich habe mir daher die Frage gestellt, was die Bibel zu dem Begriff Schönheit oder schön sagt. Hat das überhaupt einen Wert für Gott? Sagt sie vielleicht, dass die inneren Werte zählen?
Dabei fällt mir auf, dass für die Bibel Schönheit mehr ist, als ein ebenmäßiges Gesicht. Pracht, Majestät und Herrlichkeit sind ebenfalls Begriffe für Schönheit. Das Schönheitsideal der damaligen Frau finden wir im Hohelied: weiße Zähne, große Augen, lockiges Haar, runde Hüften, elegante Körperhaltung. Ebenso wird im gleichen Buch der schöne Mann geschildert: weiße Zähne, große Augen, langes, lockiges Haar, rötliche Haut, muskulöse Arme und Beine. Und dennoch ist Schönheit mehr als nur dieses Ideal. Wahre Schönheit, nämlich die Schönheit Gottes, ist beeindruckend.
Auf WiBiLex, dem Bibellexikon auf Bibelwissenschaft.de heißt es unter Schönheit: "In der Herrlichkeit Gottes manifestiert sich seine Schönheit, weil das Schöne das Beeindruckende ist, also genau das, was Gottes Herrlichkeit konstituiert."
In Psalm 104,1 heißt es: "Mit meiner Seele will ich den Herrn loben. Herr, mein Gott, du bist sehr groß! In Ehre und Herrlichkeit bist du gekleidet." (Neues Leben) Mose will Gottes Herrlichkeit, also seine Schönheit, schauen und darf sie teilweise sehen. In zahlreichen Psalmen wird Gottes Herrlichkeit besungen und mit der Natur verglichen oder assoziiert.
Auch bei der Errettung des Volkes ist es die schöne Esther, die eine bedeutende Rolle einnimmt. Sie gewinnt in einem Wettbewerb und wird Königin. In dieser Funktion kann sie das Volk vor dem Untergang bewahren. Gerade vor diesem Hintergrund finde ich es interessant, dass es über den Messias heißt, dass er hässlich und unansehlich ist (s. Jesaja 53,2).
Jesus ist Gottes Sohn und der verheißene Messias. In ihm gibt Gott all seine Schönheit und Herrlichkeit auf, nur um uns als Menschen zu retten. Seine Schönheit spielt gar keine Rolle bei unserer Errettung - im Gegenteil: er wird sogar unansehlich, nur für uns. "... Sein Äußeres war weder schön noch majestätisch, er hatte nichts Gewinnendes, das uns gefallen hätte. Er wurde verachtet und von den Menschen abgelehnt - ein Mann der Schmerzen, mit Krankheit vertraut, jemand, vor dem man sein Gesicht verbirgt. Er war verachtet und bedeutete uns nichts. Dennoch: Er nahm unsere Krankheiten auf sich und trug unsere Schmerzen. Und wir dachten, er wäre von Gott geächtet, geschlagen und erniedrigt! Doch wegen unserer Vergehen wurde er durchbohrt, wegen unserer Übertretungen zerschlagen. Er wurde gestraft, damit wir Frieden haben. Durch seine Wunden wurden wir geheilt! Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder ging seinen eigenen Weg. Doch ihn ließ der Herr die Schuld von uns allen treffen." (Jesaja 53,2-6) Ist das nicht das eigentlich Schöne, dass Gott all seine Schönheit für uns aufgibt, nur um uns zu retten?