Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".
Heute hatte ich wieder einmal sehr interessantes Gespräch mit einem Studenten aus dem Sozialwesen in der Mensa. Aufhänger war eigentlich die Hypnose als Therapiemittel bei Suchtkranken. Eine Methode, die Suchtkranke dabei wohl lernen, ist es, sich einzureden, dass sie keinen Alkohol brauchen.
Tatsache ist es anscheinend, dass man, je länger man sich etwas durch Wiederholung einredet, daran tatsächlich irgendwann glaubt. So gab es in Russland einen Regimegegner, der in seiner Gefangenschaft kommunistische Propaganda abschreiben musste und dadurch zum Kommunismus-Befürworter wurde. Ein anderes Beispiel dafür ist die "self-fulfilling prophecy" (die selbsterfüllende Prophezeiung). Einem Jungen, dem immer weiß gemacht wurde, dass Jungs nicht kochen können, kann auch nicht kochen - umgekehrt beim Thema Mädchen und Technik.
So wie das in die negative Richtung passiert, kann man sein Gehirn aber anscheinend durch wiederholte, positive Aussagen wieder "umprogrammieren". Jemand wird zum Beispiel schnell ungeduldig beim Autofahren, wenn die Ampel nicht gleich auf Grün umspringt oder wenn lauter "Sonntagsfahrer" unterwegs sind. Um mit dieser Ungeduld zu brechen, könnte der Betroffene sich immer wieder sagen: "Mit Geduld Auto zu fahren, ist viel besser für mich. Autofahren macht dadurch mehr Spaß." Wer sich das oft genug sagt, wird irgendwann so überzeugt davon sein, dass er das tatsächlich glaubt und beherzigt.
Der Apostel Paulus formuliert eigentlich genau diesen Gedanken in seinem Brief an die Römer. Da sagt er in Kapitel 12 Vers 2 (Übersetzung Neues Leben): "Deshalb orientiert euch nicht am Verhalten und an den Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue Menschen verwandeln." Paulus sagt hier nicht nur, dass eine Charakterveränderung durch eine neue Denkweise stattfindet, sondern dass Gott uns verändert. Wir sind im Veränderungsprozess nicht auf uns allein gestellt, sondern haben den besten Therapeuten, den es gibt, auf unserer Seite!
Das macht mir Mut. Ich kämpfe nicht alleine, sondern habe eine fantastische Unterstützung! Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, mal meine Denkmuster kritisch unter die Lupe zu nehmen und anzufangen, eine schlechte Gewohnheit durch ein neues Denken abzulegen. Vielleicht klappt es ja. Ein Versuch wäre es zumindest wert.
Und wie geht es euch damit? Was denkt ihr darüber? Ich freue mich auf eure Gedanken und Kommentare dazu! :)