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Ich schreibe darüber, was mich grad so beschäftigt - am Besten trifft es "Gott und die Welt".

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Missverständnisse

In ihrem Buch "Die Ketzerbraut" schildert das Autorenpaar Iny Lorentz die Geschichte der reichen Kaufmannstochter Genoveva und des Kaufmanns Ernst Ricklinger. Genoveva soll mit dem Sohn eines Geschäftspartners ihres Vaters verheiratet werden. Auf dem Weg zu ihrem Zukünftigen wird sie von einer Räuberbande entführt. Ihr Bruder wird dabei von den Räubern ermordet. Als sie schließlich aus der Gefangenschaft befreit wird, wird über sie das Gerücht verbreitet sie wäre vergewaltigt worden.

 

Ernst Ricklinger ist ein junger Mann in München. Sein Vater hat eine enge Geschäftsbeziehung mit dem Vater von Genoveva. Ernst kann das unmoralische Verhalten der Priester in München nicht länger gutheißen und wird zum Rebellen. So stellt er den unmoralischen Lebenswandel eines Priester in aller Öffentlichkeit bloß. Heimlich schlägt er sich dann auf die Seite Luthers und verteilt dessen Schriften unter das Volk. Da aber über ihn ebenfalls (zum Teil auch berechtigte) Gerüchte im Lauf sind, dass er gerne mit Mägden in Scheunen verschwindet, bringt ihn niemand mit Luther in Verbindung und er kann ungehindert die Schriften verbreiten.

 

Da Ernst gerne seinen Schabernack mit den Priestern treibt, ist er einigen ein Dorn im Auge. Aber da der Herzog seine Hand schützend über ihn hält, können seine Feinde nichts gegen ihn ausrichten. Zu seinem Vater hat er nicht das beste Verhältnis. Der Vater schickt ihn schließlich in das Haus des Jakob Fugger, um dort zum Händler ausgebildet zu werden. Die Väter von Genoveva und Ernst kommen überein und verheiraten die beiden miteinander.

 

Da beide das Verhalten des Verhalten des Anderen missdeuten, sind weder Genoveva, noch Ernst davon begeistert, fügen sich aber darein. Ernst hält Genoveva für unterkühlt und ohne Gefühle. Genoveva denkt über Ernst, dass er verantwortungslos und ein Frauenheld ist. Auch in der Anfangszeit ihrer Ehe überwiegen die Missverständnisse. So verlässt Ernst die Hochzeitsfeier ohne seiner frischgebackenen Frau "Auf Wiedersehen" zu sagen und das nur, weil er mit den Gedanken bei Luther ist. Genoveva ist durch dieses Verhalten sehr verletzt und denkt, dass er die Hochzeitsfeier verlassen hat, um mit einer anderen Frau zusammen zu sein. Ernst stellt auf der Straße fest, dass er sich von seiner Frau nicht verabschiedet hat, aber weil er den Eindruck hat, dass er  ihr völlig gleichgültig ist, da sie sich ihm gegenüber immer unterkühlt verhält, geht er nicht ins Haus zurück, um sich von ihr zu verabschieden. Diese Missverständnisse ziehen sich durch den größten Teil der weiteren Geschichte. Im Laufe der Zeit fangen Ernst und Genoveva, durch die Umstände dazu gezwungen, an, miteinander zu sprechen und verlieben sich ineinander. Doch da wird Ernst entführt und Genoveva wird weiß gemacht, dass ihr Mann tot sei...

 

Wer das Ende lesen will, darf das Buch selberlesen.^^ Ich fand das Buch spannend von der ersten bis zur letzten Seite und konnte es kaum aus der Hand legen. Das Autorenpaar hat mal wieder ein spannendes Werk geschrieben.

 

Hervorragend finde ich auch die Schilderung der Missverständnisse zwischen Genoveva und Ernst. An dieser Geschichte wurde mir mal wieder deutlich, wie schnell Missverständnisse zwischen uns Menschen entstehen können. Es reicht schon aus, in Gedanken versunken zu sein und einen Bekannten auf der Straße nicht zu grüßen. Dadurch fühlt sich der Bekannte zurück gewiesen und die gemeinsame Beziehung wird gestört. Wenn darüber nicht gesprochen wird und weitere "Missverständnisse" dazu kommen, dann können Freundschaften und Beziehungen zerbrechen.

 

Die beiden Hauptcharaktere des Romanes hätte ich beim Lesen gerne mal gepackt und ordentlich durch geschüttelt. Ich hätte ihn so gerne zugerufen: "Mann, jetzt redet doch mal miteinander. Ihr seid doch eigentlich auf einer Wellenlänge und würdet euch super ergänzen! Aber ihr müsst miteinander reden. Die Missverständnisse beseitigen." Dabei ist mir aufgegangen, wie leicht wir als Menschen doch andere falsch verstanden und wie leicht wir das Verhalten und die Worte anderer falsch interpretieren. Das hat mich echt betroffen gemacht.

 

Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, stärker noch das Gespräch zu suchen, um eben solche Missverständnisse aus dem Weg zu räumen... Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Thema gemacht?

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