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27. April 2014 7 27 /04 /April /2014 09:44

Jaelle, eine junge Jüdin, überlebt nur knapp einen Pest-Progrom in Straßburg und flieht als Mann verkleidet nach Würzburg. Sie hofft dort, ihre Verwandten zu finden, die sie nicht kennt und deren Namen sie auch nicht mehr weiß. Als Schreiber "Johan" tritt sie in die Dienste des mächtigen Michael de Leone, den Berater des Bischofs. Durch ihre Arbeitsstelle wird sie auch für die jüdische Gemeinde interessant und sie wird gebeten, als Spionin Augen und Ohren offen zu halten. Gleichzeitig spitzt sich auch die Lage in Würzburg für die Juden immer mehr zu und eine gewaltige Verschwörung gegen sie ist im Gange.

Roman Rausch hat mit "Die letzte Jüdin von Würzburg" ein großartiges Buch über einen der schwierigsten Zeitabschnitte in der deutschen Geschichte geschrieben. Die gute Recherche spürt der Leser auf jeder Seite.

Die Geschichte ist äußerst spannend erzählt und der Leser fiebert von der ersten Seite an mit Jaelle mit. Besonders interessant ist es auch, dass historische Erklärungen nicht erst am Ende des Buches in einem Nachwort auftauchen, sondern bereits schon mitten im Buch. Diese Einschübe sind durch graue Seiten deutlich gekennzeichnet, sodass der Leser sich entscheiden kann, ob er mit der Geschichte sofort fortfahren möchte oder ob er sich lieber erst noch über die historischen Hintergründe informieren möchte.

Die Charaktere sind sehr anschaulich geschildert. Der Leser kann sich leicht in Jaelle hineinversetzen, aber auch in andere Charaktere wie beispielsweise in Michael de Leone. Einzig unverständlich bleibt die Reaktion der Juden auf die drohende Gefahr - erst im Nachwort wird ihre Haltung schlüssig erklärt, hier wäre eine frühere Erklärung gut gewesen.

Roman Rausch gelingt es, die Spannung Stück für Stück aufzubauen und zwar in den beiden Plots des Romans: einmal in der Geschichte um Jaelles Angehörige und dann auch in der Zuspitzung der Situation der Juden. Beide Geschichten steigern ihre Spannung im Verlauf des Buches, sodass man den Roman nicht mehr aus der Hand legen kann.

"Die letzte Jüdin von Würzburg" ist ein gut recherchierter Roman, der mit seinen Charakteren und seiner spannenden Geschichte überzeugen kann. Für mich ist es einer der besten historischen Romane und ich werde ihn garantiert wieder lesen.

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