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8. März 2015 7 08 /03 /März /2015 13:21

Die junge Deutsch-Britin Sarah reist in den 1920er Jahren mit ihrer "Ziehmutter" und Freundin Alison nach Ägypten, um Howard Carter bei seiner neuen Ausgrabung zu beobachten. Doch kaum dort angekommen treffen sie nicht nur auf zwei sympathische junge Männer - Andreas und Jacob - die sich beide in Sarah verlieben, sondern werden dort auch von gefährlichen Anschlägen bedroht. Nicht nur einmal gerät Sarah in tödliche Gefahr.

90 Jahre später wird auch Sarahs Nachfahrin Rahel immer wieder von Unbekannten lebensgefährlich bedroht und wieder geht es um die damaligen Ausgrabungen von Howard Carter und einigen damals verschwundenen Artefakte. Mithilfe ihrer Freunde Falk, Emma, Daniel, sowie dem Briten Duke versucht sie das Rätsel zu lösen.

Ich liebe ja dicke Wälzer und Elisabeth Büchle hat mit diesem 576 Seiten umfassenden Buch ein ganz besonderes Werk geschaffen. Eigentlich umfasst das Buch zwei eigenständige Bücher. Während andere "Zwei-Epochen-Geschichten" ineinander verschlungen erzählt werden und die Gegenwart meist nur die Rahmenhandlung für die Vergangenheit darstellt, erzählt die Autorin hier beide Geschichten nacheinander. Jeder Teil ist in sich abgeschlossen - auch wenn der Plot um Sarah auch in der Handlung um Rahel weiterhin eine Rolle spielt.

Besonders begeistert hat mich hier der Schreibstil der Autorin. Im ersten Teil des Buches - im Plot um Sarah - erweckt sie das Ägypten der 20er Jahre zu neuem Leben. Der Leser sieht förmlich die Menschen der damaligen Zeit vor sich, hat die Gerüche auf dem Basar fast schon in der Nase und erlebt die Ausgrabung des Grabes von Tutanchamun fast schon live mit. Für mich war insbesondere dieser Teil ein wahres Kopfkino. Auch wenn ich noch nie in Ägypten war, so meinte ich fast, ich wäre bereits dort.

Der zweite Teil wirkt hingegen nüchterner auf den Leser, was aber daran liegen mag, dass man sich über den größten Teil hinweg im Berlin oder England des 21. Jahrhunderts befindet. Auffällig ist hier allerdings der starke humorige Anteil des Buches, der vor allem durch die Einführung des Charakters Falk zutage tritt.

Besonders sein Humor und seine lustigen Sprüche haben für mich nicht nur einmal die Spannung gelockert und mich zum Lachen gebracht. Während auch schon bereits sehr viel Spannung im ersten Teil liegt, nimmt für mich der Spannungsbogen im zweiten Teil noch mehr zu. Ich hatte den Eindruck, dass die Geschichte um Rahel noch rasanter erzählt wird und dem Leser auch noch mehr Möglichkeiten zum Miträtseln bietet, da noch mehr potentielle Verdächtige angeboten werden.

Ein großes Gewicht erhält hier auch der christliche Glaube und seine Werte. Eine besonders eindrucksvolle Stelle ist für mich diese hier: "Wenn Menschen dich enttäuschen und dir wehtun, dich verlassen oder Unmögliches von dir fordern und du das Gefühl hast, völlig allein dazustehen, dann hast Du in Gott einen Beistand an deiner Seite. Liebend, tröstend und vergebend." (Skarabäus und Schmetterling, S. 254) Elisabeth Büchle zeigt in ihrem Roman auf, wie der Glaube auch in ausweglosen und gefährlichen Situationen helfen kann, mutig den Schwierigkeiten die Stirn zu bieten und die zarten Schmetterlingsflügel trotz eines gewaltigen Sturms zu entfalten und loszufliegen.

Auch Leser, die den Vorgängerband "Das Mädchen aus Herrnhut" nicht gelesen haben, können der Geschichte um Rahel und ihre Freunde wunderbar folgen - so ging es zumindest mir, da ich den ersten Band um Rahel auch nicht gelesen hatte.

Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Das Buch wurde mit einem Augenzwinkern geschrieben und stellt nicht unbedingt den klassisch-historischen Roman oder Krimi dar. Dennoch überzeugt die Spannung, der Humor, die Romantik und der wunderbare, plastische Schreibstil der Autorin wieder einmal. Ich vergebe daher dem Buch fünf Sterne.

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3. März 2015 2 03 /03 /März /2015 15:20

"Der Name, den die keltischen Christen dem Heiligen Geist gaben, hat mich immer begeistert. In ihrer Sprache hieß er An Geadh-Glas: die Wildgans. Mir gefällt diese bildhafte Sprache. Der Name spielt auf das geheimnisvolle Wesen des Heiligen Geistes an. Wie eine Wildgans kann man den Geist Gottes nicht aufspüren oder zähmen. Ein Hauch von Gefahr und Unberechenbarkeit umgibt ihn. Vielleicht erscheint es uns im ersten Augenblick seltsam, aber ich finde den Ausdruck "Wildgansjagd" in Zusammenhang mit diesem Buch sehr passend. Wenn wir uns mit vollem Einsatz daranmachen, in unserem Leben vom Geist Gottes geführt zu werden, ist es, als würden wir eine Jagd auf eine Wildgans machen." (S. 7)

Mit diesem Absatz beginnt Mark Batterson sein spannendes und herausforderndes Buch "Lebe gefährlich - Leidenschaftlich Gott nachjagen". Sein Wunsch ist es, den Leser aufzuwecken und für das größte Abenteuer des Lebens bereit zu machen - nämlich Gott nachzufolgen.

Der Schwerpunkt des Buches liegt dabei auf den Bereichen, die uns Menschen daran hindern, Gott so leidenschaftlich nachzujagen, wie Gott es sich eigentlich von uns wünscht. Der Autor unterscheidet dabei sechs verschiedene Käfige, in denen wir sinnbildlich gefangen gehalten werden: Der Käfig der Verantwortlichkeit, der Routine, der Annahmen, der Schuld, des Versagens und der Angst. In jedem einzelnen Kapitel wird der Leser ermutigt, die Türen zu öffnen und den Käfig hinter sich zu lassen.

Unterstützt und aufgelockert werden diese Ausführungen durch zahlreiche Anekdoten aus dem Gemeinde- und persönlichen Leben des Autors. Gerade die persönlichen Erfahrungen, in denen der Autor auch nicht davor zurück schreckt, persönliches Scheitern zu schildern. Gerade diese Schilderungen machen das Buch unheimlich authentisch und lebensnah.

Es sind Erzählungen wie die Folgende, die das Buch so anschaulich machen: "Als wir nach Washington D. C. zogen, leitete ich zuerst eine überkonfessionelle Organisation. Das war eine angenehme Arbeit. Und auch unser Wohnumfeld im Vorort gefiel mir. Doch das war nicht, was Gott von uns wollte. Meine Wildgansjagd führte dazu, dass ich ein Risiko eingehen musste - die National Community Church. Und um ehrlich zu sein, verspürte ich zuerst überhaupt keine Lust, in die Stadt zu ziehen. Doch im Laufe der Jahre habe ich eine einzigartige Seite des Heiligen Geistes schätzen gelernt. Jesus nannte ihn den Tröster bzw. Ratgeber (vgl. Johannes 14,16). Er spendet den Leidenden Trost. Doch er lässt auch den bereits Getrösteten keine Ruhe, die bequem geworden sind. Und ich erreichte einen Punkt in meinem Leben, wo mir der Grad meiner Bequemlichkeit unbequem wurde." (S. 48)

Als weitere Beispiele und "Gleichnisse" seiner Ausführungen zieht der Autor die Biographien biblischer Personen heran - bspw. Paulus, Mose oder Nehemia. Anhand ihrer Geschichten illustriert Mark Batterson die wesentlichen Punkte auf die es bei der geistlichen Wildgansjagd ankommt: Mut, Entschlossenheit, Risikobereitschaft und Gottvertrauen. Die biblischen Geschichten erwachen dabei aber auch zu neuem Leben. Ich hätte bspw. nie gedacht, dass der morgendliche Hahnenschrei für Petrus auch eine tägliche Erinnerung an sein größtes Versagen sein könnte.

Eine weitere Unterstützung der Hauptaussagen der einzelnen Kapitel stellen aber auch die Zitate berühmter Persönlichkeit am Anfang jedes Kapitel dar. So zum Beispiel:

"Das Leben ist entweder ein herausforderndes Abenteuer oder es ist gar nichts." Helen Keller (S. 7)

"Die Erde ist mit Himmel vollgepackt, ein jeder gewöhnliche Busch brennt mit Gott. - Aber nur der, der es sieht, zieht die Schuhe aus. Die anderen sitzen herum und pflücken Brombeeren." Elizabeth Barret-Browning (S. 45)

"Wenn Sie Gott zum Lachen bringen wollen, erzählen Sie ihm von Ihren Plänen." John Chancellor (S. 117)

"Deine schlimmsten Tage sind niemals so schlimm, dass du dich außerhalb der Reichweite seiner Gnade befindest. Und deine besten Tage sind niemals so gut, dass du Gottes Gnade nicht mehr brauchtest. Jeder Tag sollte ein Tag in der Abhängigkeit von Gott sein, auf der Basis seiner Gnade allein."
Jerry Bridges (S. 94)

Ein weiteres besonderes Merkmal seines Buches ist der Schreibstil des Autors. Auch wenn es ein Sachbuch ist, so ist es doch niemals trocken, sondern sehr lebendig gehalten. Mark Batterson versteht es, seine Leser so zu fesseln, dass sie das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen.

Gleichzeitig schafft er in dem Buch aber solche stilistischen Besonderheiten, dass sie sich schon wiederum fast als Aphorismen eignen: "Glaube ist nicht logisch. Aber er ist auch nicht unlogisch. Glaube ist theologisch. Er ignoriert nicht die Realität; er fügt nur Gott in die Gleichung mit ein. Abraham "wurde nicht schwach im Glauben" und wusste "aufs allergewisseste", dass Gott die Macht hatte, sein Versprechen einzulösen. Der Glaube ist nicht gedankenlose Ignoranz; er weigert sich einfach, Gott auf die logischen Beschärnkungen der linken Gehirnhälfte zu begrenzen." (S. 81-82)

Die Ausführungen des Autors sind sehr tiefgründig und berühren den Leser. Ich habe mich in zahlreichen Kapiteln in den Beschreibungen wieder gefunden und ertappt gefühlt. Der Autor legt zwar den Finger auf die Wunden, aber er tut das auf so eine feine Art und Weise, sodass ich mich an keiner Stelle "moralisiert" gefühlt habe. Das Buch ist vielmehr eine Beschreibung des Ist-Zustandes vieler Christen und da der Autor auch nicht davor Halt macht, sein Versagen aufzuzeigen und er sich somit in das Thema mit einschließt und er sich so auf eine Stufe mit dem Leser stellt, wirkt das Buch eher ermutigt als demoralisierend.

Das Buch umfasst, einschließlich Epilog, acht Kapitel. Jedes Kapitel beginnt neben dem Titel und Untertitel wie bereits schon oben erwähnt mit dem Zitat einer berühmten Persönlichkeit und endet mit einem Kasten mit Anwendungsfragen, die mit "Ihre Jagd" überschrieben sind. Diese Fragen dienen der Vertiefung und praktischen Anwendung des Gelesenen.

In jedem Kapitel werden außerdem die zentralen Aussagen in kleinen Abschnitten optisch vergrößert noch einmal dargestellt. Das kann, muss aber nicht, dem Lesefluss hinderlich sein. Mich hat das aber nicht gestört.

Das Cover ist in einem dunklen Rot gehalten und wirkt sehr schlicht, aber dennoch wirkungsvoll. Durch das abgebildete rot-weiße Baustellenband und die dunkelrote Hintergrundfarbe weckt es auf jeden Fall die Aufmerksamkeit. Ich hätte in der Buchhandlung dadurch auf jeden Fall nach dem Buch gegriffen. Auch über jedem einzelnen Buchkapitel ist ein Warndreieck eingezeichnet.

Das einzige Manko, das ich im größten Teil des Buches empfunden habe, war die fehlende praktische Anwendung. Mark Batterson macht zwar die einzelnen Punkte bewusst, die einen daran hinder, Gott leidenschaftlich nachzufolgen, aber oft fehlte mir noch die ganz konkrete, praktische Umsetzung. Da hätte der Autor noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen können. Am Ende des Buches fasst allerdings der Autor die wichtigsten Punkte auf und listet die wichtigsten Slogans aus dem Buch noch einmal auf. Dabei lassen sich dann doch die einen oder anderen praktischen Umsetzungstipps finden.

Mich hat das Buch absolut begeistert. Es ist ein Buch, das ich garantiert noch mehrmals lesen werde und das einen festen Platz in meinem Bücherregal bekommt. Ich kann das Buch allen Christen, die wieder neu für Gott brennen möchten, nur wärmstens weiter empfehlen.

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12. September 2014 5 12 /09 /September /2014 21:38

In letzter Zeit stolpere ich irgendwie immer wieder über Bibeltexte, in denen es heißt, dass Jesus jemanden ansieht und mittlerweile kann ich damit auch schon eine ganze Predigtreihe aufmachen.

Zuletzt bin ich über Lukas 17,14 gestolpert. In dieser Begebenheit geht es um 10 Aussätzige, die zu Jesus kommen und dann heißt es: "Er sah sie an und sagte: »Geht und zeigt euch den Priestern.« Und während sie gingen, verschwand ihr Aussatz."

Als Jesus diese Zehn ansah, waren sie noch mit Aussatz bedeckt. Darunter verstand man alle möglichen Hautkrankheiten - von Schuppenflechte bis Lepra war alles dabei. Wer aussätzig war, wurde aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Die großen Städte durfte man nicht mehr betreten und wenn man doch anderen Menschen näher kam, musste man sich durch lautes Rufen "Unrein, unrein" bemerkbar machen. Damit lebten die Kranken am Rande der Gesellschaft und hatten somit nicht nur mit ihrer Krankheit zu kämpfen, sondern auch mit ihrem sozialen Status. Um wieder als gesund zu gelten und wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden zu können, musste man sich dem Priester zeigen.

Als Jesus nun diese Männer sieht, sind sie immer noch vom Aussatz gezeichnet. Aber Jesus sieht schon bereits zu diesem Zeitpunkt mehr in ihnen als nur die Krankheit. Er sieht in ihnen bereits die gesunden Menschen. Er sieht in ihnen das, was sie einmal sein werden und so heilt er sie nicht sofort, sondern schickt diese Männer erst einmal zum Priester. Die Menschen um ihn herum sehen immer noch nur die Kranken, aber Jesus sieht, obwohl sie noch krank sind, mehr in ihnen.

Was sieht Jesus, wenn er uns ansieht? Auch in uns sieht er bereits heute schon mehr. Er sieht bereits den wunderschönen Schmetterling, auch wenn wir vielleicht gerade noch mitten im Kokon stecken. Das macht Mut und erinnert mich an das Lied von Manfred Siebald "Jesus, zu Dir kann ich so kommen wie ich bin". Darin heißt es in der ersten Strophe:

"Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin. Du hast gesagt, dass jeder kommen darf. Ich muss dir nicht erst beweisen, dass ich besser werden kann. Was mich besser macht vor dir, das hast du längst am Kreuz getan. Und weil du mein Zögern siehst, streckst du mir deine Hände hin, und ich kann so zu dir kommen, wie ich bin."

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4. Juli 2014 5 04 /07 /Juli /2014 20:11

Am vergangenen Mittwoch sind wir als Mitarbeiter zu einem Betriebsausflug nach Herrenberg aufgebrochen. Auf dem Programm standen der Waldseilgarten, gemeinsames Grillen, eine Stadtführung und ein gemeinsames Abendessen. Alternativ zum Waldseilgarten gab es auch die Möglichkeit wandern zu gehen.

 

Da ich Höhenangst habe, war ich echt am Überlegen, ob ich nicht doch lieber Wandern gehen solle. Aber als ich dann vor Ort war, erschien mir Wandern dann doch als zu langweilig und so entschied ich mich, doch mit in die Höhe zu steigen.

 

Der Aufstieg auf die erste Plattform war noch relativ einfach. Und dann stand ich da und hatte die Wahl zwischen zwei verschiedenen Parcours. Beide waren vom Schwierigkeits grad her identisch. Da die Seilbrücke auf dem Parcours A, die die erste Einheit war, wenige wacklig zu sein schien, wählte ich also Parcours A.

 

Doch kaum hatte ich diese erste Einheit bewältigt, kam auch schon die große Panik. Vor mir hingen mehrere schwarze, quadratische Matten. Ich musste von einer zur nächsten steigen, um so zur nächsten Plattform zu gelangen. Möglichkeiten zum Festhalten gab es nur am eigenen Sicherungsseil oder an den vier Seilen an denen die Matten hingen. Schon als ich nur den rechten Fuß auf die erste Matte vorsichtig stellte, begann sie schon leicht zu schwingen. Ich bekam Angst und zog meinen Fuß schleunigst zurück. In diesem Moment erfasste mich eine richtige Panik. Die Matten waren so wackelig und es gab nichts Stabiles an dem ich mich wirklich festhalten konnte. In diesem Moment wünschte ich mir einfach nur eine stabile Stange herbei, die von einer Plattform zur nächsten führt und an der ich mich festhalten könnte. Aber da war nichts.

 

Einer der Trainer des Waldseilgartens bekam meine Panik zum Glück mit und schaffte es, mich erstmal wieder zu beruhigen. Dann fragte er mich, ob ich ihm und mir soweit vertrauen würde, um es auf die nächste Plattform und die weiteren Einheiten zu schaffen. Nach einem kurzen Moment des Nachdenkens gab ich mein Einverständnis. Und so erklärte er mir ganz ruhig wie ich zur nächsten Plattform gelangen könnte und gab mir für jeden einzelnen Schritt Anweisungen. So auch bei der nächsten Einheit.

 

Dann kam allerdings eine Einheit bei der dann am Ende meine Kräfte versagten und meine Panik dann nachher doch Oberhand gewann. Ich musste über zwei dünne, parallel gespannte Seile balancieren. Zum Festhalten hatte ich nur mein Sicherungsseil. Zentimeter für Zentimeter schob ich mich vorwärts und irgendwann ging dann auch von den Kräften her gar nichts mehr. Meinen Muskelkater spüre ich heute noch in den Beinen. Letzten Endes musste der Trainer mich abseilen und ich war sehr froh als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Ich bin stolz auf mich, dass ich immerhin trotz Höhenangst 3,5 Einheiten geschafft und immerhin diesen Versuch unternommen habe.

 

Eine wichtige Lektion habe ich daraus aber auch für mein Glaubensleben mitgenommen: Es gibt Situationen, da gerät alles ins Wanken. Da gibt es keinen richtigen Halt mehr - keine stabile Stange, an der man sich langhangeln könnte. Da gibt es auf einmal nur noch das Sicherungsseil und mich.

 

So eine Situation erlebe ich gerade in meiner Gemeinde. Da kommt es leider gerade zu größeren Spannungen (s. link) und jede Seite beansprucht irgendwie auf der richtigen Seite zu stehen. Doch welche Seite ist nun die Richtige und noch viel wichtiger: Stehe ich auf der richtigen Seite? Das sind Fragen, die sich Gemeindeglieder beider Lager fragen. Und eine Antwort ist darauf wirklich nicht leicht zu geben, meiner Meinung nach.

 

Ich spüre da eine gewisse Unsicherheit auch in mir, weil ich ein völlig anderes adventistisches Weltbild hatte. Auf einmal ist alles irgendwie gerade umgedreht. Die klare Trennung zwischen Schwarz und Weiß gibt es nun nicht mehr und irgendwie scheint nun Weiß Schwarz zu sein und Schwarz Weiß - genau wie bei den Negativen. Alles gerät auf einmal seit letztem Sonntag ins Wanken.

 

Für mich ist die Situation im Waldseilgarten ein Sinnbild. Letzten Endes war ich dort jeden einzelnen Moment in Sicherheit. Ich hatte den Sicherheitsgurt, der mich gehalten hätte. Ich habe aber letzten Endes nur das Wackelige gesehen und bekam Angst. Mein Vertrauen in den Sicherheitsgurt war gewissermaßen nicht vorhanden. Dieses Sicherungsseil steht für mich für den Glauben. Der Glaube hält mich, damit ich nicht abstürze.

 

Alleine und aus eigener Kraft hätte ich es aber auch nie geschafft auch nur die zweite Einheit zu überqueren. Meine Angst war einfach zu groß. Aber zum Glück hatte ich den Trainer an meiner Seite. Im Glaubensleben darf ich wissen, dass ich immer Gott an meiner Seite habe, der mir meine Angst nimmt und mich Schritt für Schritt auch wackeligen Untergrund führt. Er wird mich sicher ans Ziel bringen

 

Aus diesem Grund bin ich mir in einer Sache hundertprozentig sicher: Gott führt uns in dieser Situation. Wenn wir nur auf seine Stimme hören und seine Worte beachten, dann wird er uns führen und Schritt für begleiten und ins Ziel führen.

 

Dazu passt für mich auch das Lied von Hedwig von Reedern: "Weißt ich den Weg auch nicht":

 

 

 

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30. Mai 2014 5 30 /05 /Mai /2014 21:57

Stell Dir vor: Du bestimmst nicht mehr selbst über Dein Leben, sondern die Apps an Deinem Smartphone/Tablet/Computer bestimmen über Dich - mit wem Du befreundet bist, welche Kleidung Du trägst, was Du isst usw. Dieses neue Leben beschreibt Marc Elsberg in seinem Roman "Zero - Sie wissen, was du tust".

Zero - quasi ein moderner Prophet - warnt die Menschen vor sozialen Netzwerken und vor diesen Apps und wird so zum meistgesuchtesten Menschen weltweit. Auch die Journalistin Cynthia ist ihm auf den Fersen bis sie selbst zur Gejagten wird.

Erschreckend aktuell beschreibt Marc Elsberg in seinem Roman ein Szenario, das bereits heute schon aktuell werden könnte. Natürlich weiß jeder Facebook-Nutzer Bescheid, dass er so Daten von sich preisgibt und doch zeigt Marc Elsberg hier auf, wie weit die Datensammelwut noch gehen könnte. Gerade durch den Realismus des Buches wirkt die Geschichte erschreckend.

Stellenweise ist das Buch sehr technisch ausgerichtet. Wer sich allerdings halbwegs mit Computern, sozialen Netzwerken usw. auskennt, wird dem Inhalt dennoch gut folgen können. Sehr temporeiche und spannende Verfolgungsjagden wechseln sich mit komplexen Dialogen ab. Damit ist "Zero" kein Buch, das einfach so nebenbei gelesen werden kann. Es fordert hingegen die volle Konzentration des Lesers heraus.


Auch die große Anzahl an Protagonisten und der verschiedenen Gruppierungen (Freemee, Zero, CIA usw.) kann verwirrend wirken. Hilfreich ist hier allerdings das Personen- und Sachregister am Ende des Buches.

Insgesamt ist Zero ein spannender Cyberthriller mit einem äußerst aktuellen Thema, das zum Mit- und Nachdenken herausfordert!

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27. April 2014 7 27 /04 /April /2014 09:44

Jaelle, eine junge Jüdin, überlebt nur knapp einen Pest-Progrom in Straßburg und flieht als Mann verkleidet nach Würzburg. Sie hofft dort, ihre Verwandten zu finden, die sie nicht kennt und deren Namen sie auch nicht mehr weiß. Als Schreiber "Johan" tritt sie in die Dienste des mächtigen Michael de Leone, den Berater des Bischofs. Durch ihre Arbeitsstelle wird sie auch für die jüdische Gemeinde interessant und sie wird gebeten, als Spionin Augen und Ohren offen zu halten. Gleichzeitig spitzt sich auch die Lage in Würzburg für die Juden immer mehr zu und eine gewaltige Verschwörung gegen sie ist im Gange.

Roman Rausch hat mit "Die letzte Jüdin von Würzburg" ein großartiges Buch über einen der schwierigsten Zeitabschnitte in der deutschen Geschichte geschrieben. Die gute Recherche spürt der Leser auf jeder Seite.

Die Geschichte ist äußerst spannend erzählt und der Leser fiebert von der ersten Seite an mit Jaelle mit. Besonders interessant ist es auch, dass historische Erklärungen nicht erst am Ende des Buches in einem Nachwort auftauchen, sondern bereits schon mitten im Buch. Diese Einschübe sind durch graue Seiten deutlich gekennzeichnet, sodass der Leser sich entscheiden kann, ob er mit der Geschichte sofort fortfahren möchte oder ob er sich lieber erst noch über die historischen Hintergründe informieren möchte.

Die Charaktere sind sehr anschaulich geschildert. Der Leser kann sich leicht in Jaelle hineinversetzen, aber auch in andere Charaktere wie beispielsweise in Michael de Leone. Einzig unverständlich bleibt die Reaktion der Juden auf die drohende Gefahr - erst im Nachwort wird ihre Haltung schlüssig erklärt, hier wäre eine frühere Erklärung gut gewesen.

Roman Rausch gelingt es, die Spannung Stück für Stück aufzubauen und zwar in den beiden Plots des Romans: einmal in der Geschichte um Jaelles Angehörige und dann auch in der Zuspitzung der Situation der Juden. Beide Geschichten steigern ihre Spannung im Verlauf des Buches, sodass man den Roman nicht mehr aus der Hand legen kann.

"Die letzte Jüdin von Würzburg" ist ein gut recherchierter Roman, der mit seinen Charakteren und seiner spannenden Geschichte überzeugen kann. Für mich ist es einer der besten historischen Romane und ich werde ihn garantiert wieder lesen.

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13. April 2014 7 13 /04 /April /2014 14:55

Heute habe ich keine eigene Rezension für euch, sondern ich möchte euch die Buchbesprechung von Nandinini, einer Freundin von der Buchplattform "LOVELYBOOKS" präsentieren:

 

"Hallo ihr :-) Ich habe das Buch gerade beendet und bin mit einem lachenden und einem weinenden Auge rausgegangen.
Im Buch geht es um Brett, einer Frau im Alter von 34 Jahren, die als Teenager eine Liste mit Lebenszielen angefertigt hat. Als ihre Mutter stirbt und jeder außer ihr sein Erbe bekommt, taucht diese Liste allerdings wieder auf. Denn obwohl Brett sie vor vielen Jahren weggeworfen hatte, hat ihre Mutter sie gefunden und aufbewahrt. Sie wusste die Ziele sind noch dieselben. Das Problem ist: Brett sieht das anders. Man erlebt wie Brett eine enorme Entwicklung mitmacht und merkt, dass sie die Ziele noch immer erreichen will. Man musste ihr bloß wieder die Augen öffnen. Vor allem die Beziehung zu ihrer Mutter ist wunderschön und unglaublich eng. Durch die Briefe, durch die sie nach ihrem Tod Kontakt zu Brett aufnimmt und ihr sagt, was sie tun soll um ihr Erbe zu bekommen, legt sie Brett anfangs Steine in den Weg, die hinterher aber eher als Glück empfunden werden :-)
Obwohl die Mutter ja schon zu anfang des Buches nicht mehr lebt, bekommt man auch zu ihr eine Bindung und kann sich ein Bild von ihr machen. Sie spielt ebenfalls eine sehr große Rolle und sie ist diejenige, die Brett einen neuen Himmel bietet.
Womit wir auch schon beim Titel sind. Er ist perfekt! Ich liebte es, den Satz zu lesen. Er passte einfach aus dem Mund der Mutter. Man merkte, dass er Brett Hoffnung gab.

Ich hatte die ganze Zeit gehofft, dass mir Bretts Brüder im Laufe des Buches sympathischer werden würden. Das blieb allerdings aus. Da ihre Mutter ja sehr viel Geld hatte schienen sie alle oft eingebildet und angewiesen auf höhere Gebiete. So wollte einer der Brüder Brett mit einem Mann aus reichen Verhältnissen verkuppeln. Allerdings nicht ohne ihm von Bretts Erbe zu erzählen. (Von dem man nicht mal wusste was es letzten Endes wirklich sein würde) Doch man hat immer eine Vorahnung gehabt, wie die Sache mit den Männern ausgehen könnte. Gerade Andrew war mir mehr als unsympathisch. Und es hat sich immer und immer wieder bestätigt.
Doch es gab auch viele liebevolle und glückliche Charaktere. So fand ich Johnny, Zoe, Sanquita, Carrie und ihre Familie, Brad usw. Sie haben alle eine sehr wichtige Rolle gespielt und Ich finde auch Bretts Brüder und deren Frauen waren wichtig und hatten ein gutes Herz. Bloß macht ihr Reichtum sie blind. Catherine war mal so mal so. Shelley hingegen fand ich super. Sie hat mir eigentlich von Anfang an gefallen. Natürlich hat auch sie wegen ihres Mannes oft verrückt gespielt :D

Viele der Ziele haben mich umgehauen, als Brett sie ausgeführt hat. Das Buch im Allgemeinen hat mich besonders an den Stellen in denen der Anwalt Brad die Briefe vorliest sehr berührt. Oft kamen mir die Tränen.
Vor allem das Hin und Her zwischen einigen Zielen hat einen gerne verwirrt zurückgelassen und Brett konnte einen in einigen Situationen rasend machen. Trotz allem konnte man sie immer verstehen. Selbst dann, wenn sie eine dumme Entscheidung traf. Sie glich es immer damit aus, dass sie irgendwann doch den richtigen Weg zu sich selbst fand.

Doch nun muss ich sagen:
Obwohl es ein Happy End gibt, kann ich mich damit gerade noch nicht so anfreunden. Es ist mir im Vergleich zu den Problemen zu kurz dargestellt. Wo die anderen Ziele und Probleme oft so lang und auch schön und emotional ausgeführt worden sind, konnte mich das letzte Ziel und somit auch das Ende nicht ganz überzeugen. Es hat mich glücklich gemacht. Ich wollte, dass es so ausgeht. Doch man hätte es definitiv etwas weiter ausführen und mehr Emotionen hineinbringen können. Das was dort nämlich kam ging mir etwas zu schnell und ich hätte es so gern alles genauer mitverfolgt. Denn genau dieses Ziel habe ich mir so sehr gewünscht und das Happy End war, wie es oft bei Büchern ist, auf die letzten Seiten beschränkt.
Leider frage ich mich auch immernoch was das Erbe ist. Und auch die letzten beiden Briefe hätte ich schon ganz gerne noch gelesen. Die fehlten ja nun. Doch trotzdem sehe ich ja, dass Brett sich gewandelt hat und nun ein wirklich gutes Ende aus dem Buch gekommen ist. Und auch man selbst kann von diesem Buch sicher eine Menge mitnehmen.

Fazit:
Da mir wirklich das ein oder andere fehlte, ich aber wirklich positiv beeindruckt von der Geschichte bin und selbst sehr viel davon mitgenommen habe, gebe ich hierfür 4 von 5 Sternen :-) Ich empfehle das Buch weiter."

 

Ich wünsche Nadinini viel Erfolg bei der Lesechallenge zu diesem Buch! :) Die Rezension hat mich jedenfalls so begeistert, dass das Buch "Morgen kommt ein neuer Himmel" auf meine Wunschliste gewandert ist.

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11. April 2014 5 11 /04 /April /2014 17:07

Über kaum einen Film wird in meinem christlichen Freundeskreis gerade so viel diskutiert wie über den Film Noah. Er spaltet fast schon meine  Freunde in zwei Gruppen - nämlich in die, die sich den Film anschauen wollen, weil sie so viel Negatives über die Story gehört haben und dann in die, die gerade aufgrund der Story nicht in den Film gehen wollen.

 

Ich gebe zu, ich habe ihn noch nicht gesehen und bin irgendwie noch hin- und hergerissen. Aber ich habe schon die diversen Kritiken zu dem Film gelesen. Anscheinend scheint es ja größere Unterschiede zu der biblischen Geschichte zu geben: Gott soll als kaltblütig dargestellt werden, Noah dreht komplett durch und wird fast zum Mörder und beim Bau der Arche helfen gefallene Engel mit. Ich glaube, die Schreiber der Bibel würden sich bei dieser Schilderung im Grabe umdrehen und ich kann meine Freunde verstehen, die sich deshalb auch den Film nicht ansehen.Das ist mit ein Grund, warum ich noch am Zweifeln bin, da mir diese Verdrehungen der biblischen Geschichte doch zu heftig sind.

 

Und dabei gehöre ich nicht mehr zu denen, die mit der Erwartung ins Kino gehen, dass der Film 1:1 das vermittelt, was ein Buch oder eine wahre Begebenheit als Vorlage schildern. Kaum eine Literaturverfilmung ist doch so wie das Buch und bei Filmen, die auf einer wahren Begebenheit basieren, kann man oft schon froh sein, wenn überhaupt die Namen noch stimmen. Warum sollte das bei Noah anders sein? Wenn man 1. Mose 6 - 10 getreu der biblischen Vorlage verfilmt hätte, ohne auch nur ein i-Tüpfelchen hinzu zu setzen, wäre der Film nach maximal einer halben Stunde zu Ende gewesen. Damit lockt man keine Zuschauer in die Kinos. Für einen abendfüllenden Film ist der Drehbuchautor quasi schon fast gezwungen, daraus noch mehr zu machen als das, was nur im Text steht.

 

Irgendwie frage ich mich aber auch, ob man nicht den Noah-Film als einen modernen Flutmythos einordnen könnte? Da gibt es bspw. die Legende von einem syrischsprachigen Autor. Demnach schlich sich angeblich der Teufel heimlich auf die Arche oder nach einer anderen Legende war Noahs Frau Nama mit dem Teufel im Bunde. Das erinnert doch ein wenig an die Noah-Verfilmung - zumindest habe ich in Kritiken gelesen, dass sich Tubal-Kain (Noahs Gegenspieler im Film) angeblich in die Arche schleichen soll und interessanterweise heißt Noahs Frau im Film Naama. Vermutlich lassen sich auch die gefallenen Engel in irgendeinem antiken Flutmythos finden.

 

Ich frage mich daher, ob der Noah-Film tatsächlich eine "neue" Flutgeschichte erzählt oder ob er nicht Motive aus verschiedenen existierenden Flutmythen (und bei fast jedem Volk  der Erde lässt sich interessanterweise eine Flutlegende finden) übernimmt und mit einer neuen Gewichtung (Thema Umweltschutz) präsentiert. Es gibt eben nichts Neues unter der Sonne - auch nicht in Hollywood.

In meiner Ortsgemeinde wollen wir jedenfalls die Gelegenheit nutzen und öffentlich über das Thema "Noah und die Arche" nachdenken. Dazu bieten wir am 26.04. um 19 Uhr 30 in der Adventgemeinde Esslingen, Bismarckstr. 25 in Esslingen a. Neckar einen Vortrag zu dem Thema "Noahs Arche - Fakt oder Fiktion?" an. Darin wird es unter anderem auch um die unterschiedlichen Flutmythen gehen. Referent ist Jens Mohr, Theologe und Pastor in Stuttgart. Ich bin jedenfalls schon wahnsinnig gespannt darauf und hoffe, dass ich dort auch den Einen oder Anderen von euch dort treffen werde.

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30. März 2014 7 30 /03 /März /2014 10:07

Die Geschichte um die van Campen-Mädels und die Meindorff-Familie geht in die letzte Runde. Anki und Robert müssen fliehen und werden dabei getrennt. Werden sie einander wieder finden? Demy bricht währenddessen unter ihrer Fürsorgepflicht um die Armen und Schwachen in ihrer Umgebung zusammen. Dann ist da auch noch Karl Roth, der sie bedroht. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob Philippe und Demy wohl jemals zueinander finden werden?

Spannend geht es in dem letzten Teil der Trilogie weiter. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Figuren älter werden und sich weiter entwickeln. Aus dem wilden Teenager Demy ist beispielsweise nun eine erwachsene Frau geworden, die zwar immer noch gegen Konventionen aufbegehrt, aber nun auch Verantwortung für den Haushalt der Familie Meindorff und die ihr anvertrauten Personen übernimmt.

Besonders amüsant zu lesen sind immer noch die Dialoge zwischen Philippe und Demy. Genauso scharfzüngig wie auch in den Vorgängerromanen begegnen sich auch hier die beiden Protagonisten. Besondere Spannung kommt bei dem Plot um Karl Roth und Demy auf, aber auch bei der räumlichen, kriegsbedingten Trennung von Anki und Robert. Die einzelnen Spannungsbögen werden bis zum Ende gut gehalten, auch wenn das Ende noch einen Tick ausführlicher hätte ausfallen können.

Der Leser nimmt starken Anteil am Geschehen in der Familie und die einzelnen Figuren wachsen einem ans Herz. So ist es letzten Endes schwer, die Charaktere ziehen zu lassen. Ein Wiedersehen mit Demy, Anki, Robert, Philippe, Edith und all den Anderen wäre daher echt schön!

Alles in allem ist es ein überaus gelungener, fulminanter Abschluss einer wunderbaren Trilogie vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges.

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29. März 2014 6 29 /03 /März /2014 22:19

Die Trilogie um die Familien Meindorff und van Campen geht weiter. Inzwischen ist der erste Weltkrieg ausgebrochen. Anki van Campen verliebt sich in den jungen Arzt Robert Busch. Doch durch den einbrechenden Krieg werden sie voneinander getrennt. Ihre Schwester, Demy van Campen, hingegen wird mit Philippe Meindorff verlobt und beginnt, arme Kinder von der Straße bei sich aufzunehmen. Und dann ist da noch Hannes Meindorff, der begeistert in den Krieg zieht. Wird er seine Frau und seine Kinder wieder sehen?

Der zweite Band dieser Trilogie setzt die Geschichte um die van Campen-Mädchen fort. Diesmal ist allerdings nicht mehr Berlin im Mittelpunkt, sondern Russland und damit rückt die Geschichte um Anki van Campen immer mehr ins Zentrum der Geschichte.

Wie auch sein Vorgänger zieht dieses Buch den Leser in seinen Bann. Man möchte wissen, wie es mit den Mädchen weiter geht. Familiengeheimnisse werden auch hier aufgedeckt und lassen den Leser sprachlos zurück.

Wieder sind es der gute, flüssige Sprachstil der Autorin, sowie die einzelnen Charaktere, die den Leser überzeugen und sehnsüchtig auf den letzten Teil der Geschichte warten lassen. Der Leser fiebert quasi mit den Protagonisten mit und doch bleiben manche Charaktere wie Philippe Meindorff und Tilla van Campen auch in diesem Band noch geheimnisvoll und schwer einschätzbar. Aber gerade das macht den Reiz dieses Buches aus.

Im Gegensatz zu anderen Romanen über den 1. Weltkrieg versinkt dieses Buch nicht in einer düsteren Stimmung. Auch wenn die Auswirkungen des Krieges geschildert werden, überwiegt dennoch die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander.

Dieses Buch überzeugt mit seiner spannenden Geschichte und interessanten Charakteren und macht neugierig auf den abschließenden Teil der Trilogie.

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